Probieren ist hier fehl am Platz

Vorgestellt Pilzberater Wolfgang Friese aus Lichtenau kennt sich bestens aus

Es ist ein Gebiet, auf dem das Sprichwort "Probieren geht vor studieren" völlig fehl am Platze ist: beim Pilzesammeln und -essen. Wer hier nicht genau weiß, was er in die heimische Küche trägt, muss mit gefährlichen Folgen rechnen. Deshalb gibt es auch im Landkreis Mittelsachsen kompetente Unterstützung durch zertifizierte Pilzsachverständige. Einer von ihnen ist Wolfgang Friese aus Lichtenau. "Das Gift von Pilzen ist wirklich nicht zu unterschätzen", weiß der Pilzexperte. Der 66-Jährige hat eine ganze Menge Erfahrung mit den beliebten Wildpilzen, deshalb ist sein kompetenter Rat auch so gefragt: "Ich bin als Kind mit meinem Großvater in den Zeisigwald in die Pilze gegangen", erinnert er sich daran, wie sein Interesse für Pilze geweckt wurde. Später ging's dann öfter in den Wald, weil die Frieses in Chemnitz keinen Garten hatten. Der studierte Elektrotechniker beschäftigte sich aber erst in den 1980er Jahren intensiver mit der Pilzproblematik. Schließlich trat Wolfgang Friese 1984 dem heutigen Verein "Pilzfreunde Chemnitz" bei, der sich damals gerade gründete. Seit vielen Jahren ist er 2. Vorsitzender. Heute ist Wolfgang Friese einer von insgesamt 24 Pilzberatern im Landkreis Mittelsachsen. "Pro Saison mache ich rund 30 Beratungen, 10 Wanderungen und 10 Ausstellungen", schätzt der Myzel-Experte. Jeder Pilzfund wird dabei protokolliert. Das dient der Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Mykologen zum Erfassen für einen geplanten Pilzatlas. Weiterbildungen sind für Pilzberater unabdingbar. "Nur wer entsprechende Weiterbildungen nachweisen kann, erhält wieder seine Zulassung", so Friese. Kontakt: Telefon 037208/3310.