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Protestaktion in Freiberg: Einzelhandel macht auf...merksam

Protest Verödung der Innenstädte droht

Freiberg. 

Freiberg. Unter der Überschrift "Wir machen auf...merksam!" protestierten am Montagvormittag in Freiberg die Einzelhändler, die sich durch die Schließung ihrer Geschäfte dank des Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie in ihrer Existenz gefährdet sehen. "Wir sehen das erst einmal nur als Auftakt", sagt dazu Anke Krause, Inhaberin des Geschäftes Schreibwaren Steyer und Vorsitzende des Gewerbevereins. "In der nächsten Woche wollen wir weiter machen." So wie in Freiberg werde auch in anderen Städten, etwa Döbeln und Mittweida, vor den Geschäften protestiert. "Unser Geld ist alle", bringt es Krause auf den Punkt. "Wir hatten durch den Wegfall des Weihnachtsgeschäftes keine Chance, die Verluste aus dem Frühjahr wieder hereinzuholen." Versicherungen oder Krankenkassen fragten aber nicht nach den Verhältnissen, sondern müssten bezahlt werden. Ändere sich nicht schnellstens etwas, stände ihr Traditionsgeschäft in wenigen Wochen vor dem Aus. Nicht anders ist es bei Franziska Flack, wenige Meter weiter. Die Inhaberin des beinahe 100 Jahre alten Geschäftes "Stilecht - Lederwaren May" versucht, ihre Verzweiflung im Griff zu haben. "Wir halten es nicht mehr lange aus", gesteht sie.

Ärger über Ungleichbehandlung

Man sei bereits verschuldet aufgrund der Krise. Bis vor einem Jahr war man noch ein gesundes Unternehmen. Jetzt gibt man sich selbst nicht mehr viel Zeit. "Der Einzelhandel sei stark und würde das überstehen, hat der Wirtschaftsminister von Sachsen gesagt", so Flack. Doch das sei nicht die Wahrheit. Andrea Lehnhardt vom Modegeschäft "SiM fashion" zeigt sich von der Ungleichbehandlung erbost. Immerhin gebe es für Hotels und Gaststätten Hilfen, nicht jedoch für die kleinen Geschäfte. "Das ist eine Katastrophe", meint sie. Und Lothar Kost, Inhaber der "Stöberecke" in der Erbischen Straße, befürchtet, dass die Verödung der Innenstädte, der man in besseren Zeiten so gerne entgegen wirken wollte, nun kommen wird, sollte sich nicht schnellstens etwas zum Besseren wenden.



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