Prunksaal-Sanierung wird teurer als erwartet

Umbau Arbeiten am "Goldenen Löwen" kosten halbe Million Euro mehr

prunksaal-sanierung-wird-teurer-als-erwartet
Foto: vm/Getty Images

Hainichen. Das kostenintensivste aktuelle Bauprojekt in der Stadt Hainichen - das Sanieren des Neorokoko-Saales des ehemaligen Hotels "Goldener Löwe" am Markt der Gellertstadt wird wesentlich teurer als ursprünglich geplant - nämlich um schätzungsweise 580.000 Euro.

Baugrund schlechter als gedacht

Ursache dieser Mehrkosten ist, dass die Gründung des gesamten Gebäudekomplexes schlechterer ist als bisher angenommen. Bei Schürfungen im Bereich des Bühnenhauses wurde festgestellt, dass weite Teile des Saalbereiches bei dessen Errichtung vor rund 120 Jahren nicht wie ursprünglich angenommen bis auf einen tragfähigen Boden, sondern nur bis zu einer wasserempfindlichen Schluffschicht gegründet worden sind. Das ist ein Baugrund mit hohem Anteil an Ton oder Schluff, der umgangssprachlich als Lehm bezeichnet wird.

"Wir haben uns deshalb entschieden, nicht nur das Bühnenhaus mit Kleinverpress-Bohrpfählen zu gründen, sondern auch im Bereich des Saales und des Eingangshauses", so Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger.

Diese Investition muss sein

"Ohne diesen Mehraufwand würden wir uns dem Risiko von Rissbildungen, im schlimmsten Fall sogar statischen Beeinträchtigungen bei der späteren Nutzung aussetzen", begründet Greysinger die Notwendigkeit dieses hohen Mehraufwandes. Zu den geplanten Bohrpfählen kommen nun weitere im Bereich des Saal- und Eingangsgebäudes.

Obwohl der Eigenanteil für den nunmehr rund 4,5 Millionen Euro teuren Bau aufgrund vorliegender und erwarteter Fördermittelbescheide trotz der genannten Kostensteigerung aufgrund der aufwendigen Gründung mit etwa 1,06 Millionen Euro noch immer ein Stück günstiger liegt, als bei der ersten Kalkulation angenommen - damals wurde noch von 1,56 Millionen Euro Eigenanteil ausgegangen - ist diese Tatsache zwar ärgerlich, aber letztlich nicht zu ändern.

Weitgehend abgeschlossen sind die Abrissarbeiten am Nebengebäude auf der Brückenstraße. Die Saal-Innenarbeiten werden voraussichtlich im Frühjahr 2018 beginnen. Der geplante Eröffnungstermin im Januar 2020 steht - trotz der unvorhersehbaren Schwierigkeiten.