Pyramidenglanz und Weihnachtsmarkt

Fazit Eine Reise nach Clausnitz in der Adventszeit

Autofahrer, welche lediglich auf der Bundesstraße 171 durch Clausnitz kommen, begehen grundsätzlich einen Fehler. Denn erstens ist die Begegnung mit diesem Ortsteil der Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle allzu schnell vorbei, und zweitens verpassen sie mehr oder weniger das Beste. Clausnitz ist auf seine ganz spezielle Art und Weise typisch für das Osterzgebirge, und was es hier zu entdecken gilt, das findet man erst dann, wenn man die Bundesstraße verlässt und richtig hinein fährt in diesen hübschen Ort. Natürlich thront auch hier über allem eine schmucke Kirche. Schon in ganz frühen Jahren hat an ihrer Stelle eine Wallfahrtskapelle gestanden. 1696 wurde diese von Grund auf erneuert und es entstand eine barocke Saalkirche. Von der Zeit als Kapelle zeugt noch ein Rundbogenportal. Zu Füßen der Kirche spielt sich zu guten Gelegenheiten das kulturelle Leben ab. Das liegt vor allem daran, dass hier das Heimathaus zu finden ist, Dreh- und Angelpunkt so mancher Veranstaltung. Nicht weit davon steht in diesen Tagen die Pyramide. Am ersten Adventswochenende treffen sich hier die Bewohner, besonders die Kleineren, um sie in Bewegung zu setzen und im Lichterglanz erstrahlen zu sehen. Dreht sich die Pyramide erst einmal, dann kann das Fest beginnen. Rund um das Heimathaus sind jedes Jahr Stände aufgebaut, es wird musiziert und der Duft von Glühwein oder gebrannten Mandeln weht durch Clausnitz wie durch so viele Orte zur Adventszeit. An diesen Tagen zeigt sich auch der Zusammenhalt der Gemeinde, denn an solchen Festen helfen alle mit, dass sie gelingen. Entstanden ist Clausnitz wohl im Laufe des 11. Jahrhunderts, wie so manche Gemeinde der Region. Rodungen machten es möglich, dass inmitten der dichten Wälder dieses Waldhufendorf gebaut werden konnte. Links und rechts der Wege künden noch heute zahlreiche Höfe und Häuser von der Vergangenheit. Ganz selten nur trifft man auf Neubauten. Natürlich ist auch Clausnitz vom Bergbau geprägt worden. Seinen Höhepunkt erlebte er hier besonders im 15. und 16. Jahrhundert. Alte Stolln zeugen noch heute von den damaligen Aktivitäten. Einer von ihnen, der St.-Michaelis-Stolln, wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends saniert, kann zu besonderen Terminen besichtigt werden und ist bis zur Abbaue der Grube König David befahrbar.