Radiowelten gehen "auf Sendung"

Sonderausstellung Mittweidaer Museum zeigt Rundfunkempfangsgeräte aus sechs Jahrzehnten

Auf dem Dachboden des Museums in Mittweida kommt seit diesen Tagen Nostalgie auf, die vor allem das Herz von Technikern höher schlagen lässt. Erstmals werden dort in einer bisher einzigartigen Sonderausstellung etwa 100 historische Klassiker der Unterhaltungselektronik präsentiert. Zu ihnen zählen in erster Linie Radios, Phono- und Tonbandgeräte sowie einige Fernseher, die in den Jahren 1931 bis 1988 im In- und Ausland produziert wurden. Dass die original erhaltenen Rundfunkempfänger der Öffentlichkeit präsentiert werden können, ist Herbert E. Graus, Gerhard Graus und Klaus Mahlein zu verdanken. Sie hatten die Geräte zusammengetragen und der Hochschule Mittweida in diesem Frühjahr gestiftet. "Damit besitzen wir jetzt weit mehr als 3.000 historische Rundfunkempfangsgeräte verschiedener Fachgebiete", erklärt Marion Stascheit, die Leiterin des Hochschularchivs ist und die Sonderausstellung von Anfang bis Ende mit gestaltet hat. "Wichtig war uns dabei, sowohl die Studenten der Hochschule als auch die Bürger aus Mittweida anzusprechen, damit wir ihnen einen Einblick in die vergangenen Jahrzehnte der Radiogeschichte geben können", sagt Stascheit, die für die Umsetzung der Sonderschau viel Lob erntete. So zeigte sich vor allem Stifter Herbert E. Graus, der auch Dozent an der Hochschule ist, von der Präsentation der Radiogeräte sehr angetan. "Die Ausstellung ist beeindruckend gelungen", erklärte er. Künftig ist seitens der Hochschule in Zusammenarbeit mit der Stadt geplant, die Radios systematisch in einer Dauerausstellung einzubinden, die später in Mittweida gezeigt werden soll. Wo sie zukünftig einmal untergebracht werden soll, ist bislang offen. "Mit der Stadt suchen wir zurzeit nach einer Lösung", sagt Stascheit. Die Graus'sche Sammlung, die bis zum 21. November dieses Jahres noch im Museum zu sehen ist, soll vorübergehend auf unbekannte Zeit im ehemaligen Stadtarchiv zwischengelagert werden.