Raus aus dem Karton, rein ins Museum

Ausstellung Pyramiden selbst gemacht

Am Sonnabend wird im Museum der Stadt um 15 Uhr die diesjährige Weihnachtsausstellung eröffnet. Rund 100 Pyramiden von etwa 40 Leihgebern werden in der Sonderschau zu sehen sein. Fast ausschließlich handelt es sich dabei um Exponate, die zuhause in der heimischen Werkstatt gefertigt wurden. So berichtet der Oederaner Gunter Raabe von den Schwierigkeiten der Materialbeschaffung, als er 1982 während seiner Studienzeit in Karl-Marx-Stadt gemeinsam mit einem Kommilitonen ans Werk ging, und von der Freude, als die Pyramide schließlich lief.

"Neben dem Aufwand, die Pyramide gangbar zu machen, benötigt sie viel Platz, weswegen sie ihr Dasein jahrelang in einem Karton fristen musste. Erst nach einem Umzug im vergangenem Jahr schmückte sie wieder die gute Stube - und in diesem Jahr die Weihnachtsausstellung im Oederaner Museum." Ramona Metzler hat viele solcher Geschichten gehört, als sie die Ausstellungsstücke zusammentrug. Diese kommen nicht nur aus Oederan und der Umgebung, sondern beispielsweise auch aus Dresden und Grießbach bei Zschopau. Zu den ungewöhnlichsten Objekten gehören eine Pyramide im Straußenei, eine sogenannte "Bieramide", ein Exemplar aus Blech und ein anderes, das aus Streichhölzern gefertigt wurde. "Ich hoffe, dass diese auch wirklich noch bis zur Eröffnung bei uns ankommt", so die Museumsleiterin. Um den Transport des größten Exemplars müssen sich die Männer des Bauhofs kümmern. Denn die Pyramide von Peter Geißler aus Oberschöna ist über zwei Meter groß. Sie wird im Foyer die Besucher der Ausstellung begrüßen.

Die kleinste Pyramide hat der begnadete Schnitzer Rolf Mudrak gestaltet. Seine Pyramidenfiguren drehen sich in einem Kirschkern. Mithilfe einer Lupe kann man sie erkennen. Etwas besonderes sind auch die Pyramiden in der Flasche des Frankenbergers Klaus Mehlhorn. Alle Bestandteile mussten mit einem Metallstab in die Flasche gebracht und dort zur Pyramide zusammengesetzt werden. Wie man sich auch Zeit für einen Besuch der Ausstellung nehmen sollte. Der Ideenreichtum der Schnitzer und Bastler ist schlicht beeindruckend.