Ringen um Funkturm

Forum Gutachten gibt Klarheit über technische Daten

Mehr als 100 Bürger wollten am Dienstag im Stadtpark die Ergebnisse eines Gutachtens zum Thema "Vergleichende Untersuchung von Standortalternativen hinsichtlich der Minimierung der Strahlenbelastung" aus erster Hand erfahren. Hintergrund: Eine Bürgerinitiative hatte gegen die Errichtung eines BOS-Funkturms etwa 400 Meter vom Grenzweg Richtung Langenstriegis mobilgemacht, da von dessen Strahlung eine Gesundheitsgefährdung ausgehen könnte. Der Funkturm soll Behörden wie Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei dienen. Vorgestellt wurde das Gutachten von Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München, der auch die entsprechenden Untersuchungen durchgeführt und 22 Varianten geprüft hatte.

Demnach beträgt die Immission beim jetzigen, also dem umstrittenen Standort ein Tausendstel vom zulässigen Grenzwert. Bei einem zweiten Standort, der 700 Meter vom Grenzweg entfernt ist, könnte die Immission um noch einmal 90 Prozent verringert werden. Ein Bau an dieser Stelle würde jedoch Mehrkosten in Höhe von 250.000 Euro verursachen. Rico Bretschneider, der Sprecher der Bürgerinitiative, bevorzugte in der emotional aufgeheizten Debatte eindeutig diesen entfernteren Standort - auch hinsichtlich einer möglichen "Aufrüstung" des Funkturms in den nächsten Jahren. Andreas Nickl, Leiter der BOS-Projektgruppe des sächsischen Innenministeriums, versicherte erneut, dass eine derartige Erhöhung der Leistung etwa durch den Anschluss von Drittanbietern an diesem Standort nicht vorgesehen sei.

Ein Vergleich mit einem Mobilfunkmast nahe der Tankstelle im Frankenpark machte deutlich, dass von diesem eine 28 mal größere Belastung ausgeht als von dem am jetzigen Standort geplanten Tetra-Funkturm.

Bürgermeister Thomas Firmenich legte den weiteren Verfahrensweg dar: Nach einer Beratung durch den technischen Ausschuss muss der Stadtrat eine Entscheidung über den künftigen Standort treffen und dies dem Freistaat als Bauherren mitteilen. Sollte dabei der neue Standort gewählt werden, müsste unter Umständen Frankenberg die Mehrkosten tragen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Bürgerinitiative den Rechtsweg geht. Das Gutachten kann unter www.frankenberg-sachsen.de nachgelesen werden.