Rittergut-Vergangenheit ist spürbar

Historie Generationstreff auf Mauern des Schlosskellers

Königsfeld. 

Königsfeld. Nicht nur durch den Blickfang des Bildes vom ehemaligen Schloss Königsfeld im Veranstaltungsraum des neuen Generationstreffes von Königsfeld wird die enge Verbindung der Geschichte des Ortes mit der des ehemaligen Rittergutes sichtbar. Schließlich wurde der Treff auf dem noch erhaltenen, ehemaligen Schlosskeller errichtet. Spätestens an dieser Stelle kommt der Neubau mit der Vergangenheit diese geschichtsträchtigen Areals in Berührung. So soll es an der Straße von Rochlitz nach Leipzig bereits vor über 1.000 Jahren eine Straßenfeste gegeben haben, die später zum Schloss ausgebaut wurde.

Bewohnt auch von Wilhelm dem Einäugigen

Bereits um 1064 soll das Rittergut von Königsfeld dem königlichen Witwensitz in Rochlitz als Wirtschaftshof gedient haben. Als Besitzer des Rittergutes werden in historischen Dokumenten unter anderem genannt: Heinrich von Königsfeld (zwischen 1288 und 1339), Vollrath und Busso von Colditz, Markgraf Wilhelm I. von Meißen (der Einäugige, Besitzer ab 1404), Nicolaus von Ende, Familie von Ende (Besitzer bis 1749), die Herren von Sahr, Christian Heinrich Gottfried von Nischwitz, Georg Wilhelm Heinrich von Nischwitz (Besitzer bis 1828), Constantin Heinrich und Heinrich Alexander Emil von Nischwitz (Besitzer ab 1839) sowie Constantin Heinrich von Nischwitz (alleiniger Besitzer ab 1851). Im 19. Jahrhundert kam es zu zwei wesentlichen Veränderungen in der Rittergut-Struktur: die Gerichtsbarkeit des Ritterguts Königsfeld ging an den Staat über und Mitte des Jahrhunderts entfielen die Abgaben und Dienste der Untertanen.

1910 ging Königsfeld an Ernst Karl Graf zu Münster-Langelage. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Zuge der in der sowjetischen Besatzungszone durchgeführten Bodenreform die Familie von Münster-Langelage entschädigungslos enteignet. Landlose Umsiedler (Neubauern) und Kleinbauern erhielten den Grundbesitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten die Sprengung/Abriss des Schlosses und schließlich in den 1950er Jahren das Beräumen der Überreste.