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Rote Liste: Schleiereulen in Sachsen stark gefährdet

Bedrohung Naturschützer bitten, Vorkommen zu melden

Weiditz. 

Weiditz. Die Schleiereule ist seltener geworden. Sie wird in der Roten Liste Sachsens als stark gefährdet gelistet. "Wir haben vom Landratsamt den Auftrag, den Bestand der Schleiereulen in Mittelsachsen zu erfassen und die in einer Datenbank aus den 90er Jahren eingetragenen Vorkommen zu überprüfen", berichtet Mitarbeiterin Ute Lippmann aus der Naturschutzstation Weiditz. Gemeinsam mit Marion Gringer geht sie auf Tour und klettert in Kirchtürme oder inspiziert Scheunen. Einige Nistkästen wurden vor Jahren in der Station gebaut und in der Region aufgestellt. Diese werden nun überprüft, gereinigt und wenn notwendig repariert. In manchen sind inzwischen andere Bewohner wie Turmfalken oder Dohlen eingezogen.

"Wir knüpfen Verbindungen zu ehrenamtlichen Naturschützern und Ornithologen, die sich in anderen Gebieten um die Brutplätze der Schleiereulen kümmern und hoffen darüber hinaus auf die Hilfe von Einwohnern, die Schleiereulen in ihrem Umkreis sichten und uns informieren", berichtet Stationschefin Angela Schubert. Die Schleiereule brütet fast nur in Kirchen und Scheunen. Durch Sanierungsarbeiten an Kirchen, Umbau und Ausbau von Scheunen mit Verschluss aller vorhandener Öffnungen und Luken kommt es zum Verlust von Brutplätzen.

Bedrohung durch Versiegelung von Flächen

Eine weitere Bedrohung des Lebensraumes entsteht durch die Versieglung von Flächen, durch intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Giften zur Mäusebekämpfung. Die Schleiereule ist nachtaktiv und sehr lichtscheu. Sie lebt in Offenland in Ortsnähe. Die Balz geht über mehrere Wochen und beginnt Ende Februar. Im Gelege befinden sich meist zwischen vier bis sechs Eier, die 30 bis 34 Tage bebrütet werden. Danach bleiben die Jungtiere bis zu 60 Tagen im Nest.

Die Grundnahrung der Schleiereulen sind Mäuse, darüber hinaus auch Singvögel und Käfer. Die unverdaulichen Knochen und Haare werden in Form von sogenannten Gewöllen ausgewürgt. Diese schwarzglänzenden Gewölle verraten auch den Standort der Schleiereule. Wer also Schleiereulen mit ihrem charakteristischen Gesichtsschleier sichtet oder Gewölle findet, meldet sich bitte in der Naturschutzstation unter Telefon: 03737/40284.



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