Ruhestand? Nicht mit diesem Professor!

Menschen Freiberger immer noch ab und zu dabei

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Michael Eßlinger ist im Oktober nach Jahrzehnten in den Ruhestand gegangen.Foto: Wieland Josch

Freiberg. Ruhestand ist im Fall von Michael Eßlinger wohl ein relativer Begriff. Es stimmt schon, dass er im Oktober zum letzten Mal die Geschicke des Freiberger Brauhauses lenkte, dem er zuvor 27 Jahre als Geschäftsführer vorstand. Doch so einfach aufhören mit allem, das liegt dem sympathischen Mann, der auf geradezu parademäßige Weise das Urbild eines Brauers verkörpert, einfach nicht.

Eßlinger half beim Anstich

So ganz ist er auch noch nicht aus der Radeberger Gruppe, zu der das Freiberger Brauhaus gehört, ausgeschieden. In der Krostitzer Brauerei lenkt er noch die Abläufe, bis sich der neue Geschäftsführer in seine Aufgabe gefunden hat. Doch das ist in Kürze der Fall und Michael Eßlinger kann sich auf andere Felder konzentrieren, welche allerdings, wen wunderts, immer wieder mit dem goldenen Gerstensaft zu tun haben. Bier, das ist seine Berufung, und sie brachte ihm auch den Titel eines Professors ein, denn seit 2009 hat er eine Honorarprofessur an der TU Bergakademie Freiberg inne und vermittelt Studenten sein Wissen um Brauereitechnologie und Mikrobiologie. Und noch bei einer anderen bierbezogenen Angelegenheit kann unmöglich auf ihn verzichtet werden.

Denn wie soll es vor allem Neulingen gelingen, bei entsprechenden Anlässen fehlerfrei ein Fass Bier anzustechen, wenn nicht der Fachmann gleich daneben steht? Und so kam es, dass schon wenige Tage nach der offiziellen Verabschiedung, Professor Michael Eßlinger zur Stelle war, als es zum Auftakt des Karnevals in Freiberg am 11.11. zum obligatorischen Anzapfen kam. Als Mitglied des Freiberger Karneval Klub war das für Eßlinger natürlich Ehrensache.

Der Abschied vom Amt des Geschäftsführers vollzog sich übrigens in zwei Teilen. Im Oktober war zunächst der traditionelle Bockbieranstich des Freiberger Brauhauses im Brauhof, der ein erstes Mal zeigte, dass mit Michael Eßliinger nicht irgendwer die aktive Bühne verlässt. Selbst Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer war dabei und hielt eine amüsante kurze Rede zu diesem Thema. Anfang November dann gab es an gleicher Stelle die offizielle Verabschiedung, bei der an großen Worten nicht gespart werden musste. Das Bergmusikkorps Saxonia spielte auf und Oberbürgermeister Sven Krüger bat Michael Eßlinger darum, sich in das Goldene Buch der Silberstadt einzutragen.