Rundgang erinnert an Stadtbrand

Tour Angelika Grau führte 34 Teilnehmer "auf den Spuren des Feuers" durch Glauchau

Bei der Stadtführung "Feuer in der Stadt" geht Angelika Grau, Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins "Schönburger Land", auf den verheerenden Stadtbrand in Glauchau ein. Am 24. Oktober 1712 sorgte eine Feuerwalze für eine Spur der Verwüstung. Insgesamt 34 Teilnehmer begaben sich am Mittwochabend - exakt 300 Jahre nach dem Stadtbrand - auf die Spuren des Feuers. "Vor 300 Jahren hätten wir nicht an dieser Stelle stehen können", verdeutlichte Angelika Grau, die bei der 45-minütigen Tour von der St. Georgenkirche bis zum Markt und später zurück zum Schloss lief. Angelika Grau beleuchtete unter anderem Entstehung und Auswirkungen der Feuerwelle: Damals brannten alle 343 Häuser der inneren Stadt und der Vorstand samt Rathaus, Mitteltor und Kirche nieder. Zudem war der Wehrdigt von dem Stadtbrand betroffen. "Der Feuerschein war sogar bis nach Böhmen zu sehen", informierte Angelika Grau.

Die Fakten, mit denen Grau die Teilnehmer informierte, stammen überwiegend aus der Eckhardtschen Chronik. Darin steht, dass das Feuer am 24. Oktober 1712 in den Nachmittagsstunden gegen 5 Uhr bei einem Bäcker vor dem Obertor an der jetzigen Schlossstraße ausgebrochen ist. Die Stadt war zu diesem Zeitpunkt fast menschenleer gewesen. Der Grund: Die Leute hielten sich bei einer Beisetzung am Gottesacker (heute: Schillerpark) auf. Zudem soll eine Kirmes stattgefunden haben. "Die Flammen, die zunächst nur in der Bäckerei gewütet haben, konnten schnell über die Stadtmauer schlagen", weiß Angelika Grau. Die Feuerwalze hat sich in einem rasanten Tempo ausgebreitet. Die Häuser bestanden zur damaligen Zeit schließlich nur aus Holz, Lehm und Stroh. Der Stadtbrand habe nur ein Todesopfer gefordert: Die 75-jährige Frau des Bäckers Anton Reinheckel wurde im Keller eingeschlossen und erstickte am Rauch. Die Folgen des Brandes: Die Stadt war lange verarmt. 100 Jahre lang (bis 1812) wurde immer am 24. Oktober eine Brandpredigt gehalten. Unter die Teilnehmer an der Stadtführung "Feuer in der Stadt" mischten sich auch zwei Feuerwehrleute: Susann Welter und Thomas Welter, die zur Ortsfeuerwehr in Niederlungwitz gehören. "Zum Glück müssen wir heute nicht mehr auf die Ledereimer zurückgreifen. Bei der Führung wurde deutlich gemacht, mit welchen einfachen Mitteln früher die Brandbekämpfung erfolgte", sagte Thomas Welter.