Sachsen hat Quote nicht erfüllt

Asyl Mittelsachsen muss noch fast 2300 Flüchtlinge aufnehmen

Der Landkreis Mittelsachsen muss bis Ende des Jahres noch 2277 Personen aufnehmen. Dies teilte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in den aktuellsten Prognosen mit. Darüber hinaus werde es aber nicht bei dieser Zahl an aufzunehmenden Asylsuchenden bleiben, da der Freistaat Sachsen bislang weniger Flüchtlinge aufgenommen hat, als es laut verbindlicher Quotenregelung durch den Königsteiner Schlüssel erforderlich gewesen wäre. Die Quote richtet sich dabei zu zwei Dritteln nach dem Steueraufkommen und zu einem Drittel nach der Bevölkerungszahl. Das Land Sachsen hat die erforderliche eigene 5-Prozent-Quote im vergangenen Monat jedoch nicht eingehalten. Der Freistaat habe Prognosen zufolge insgesamt etwa 4500 Flüchtlinge zu wenig aufgenommen. Inwiefern der Landkreis von den neuen Finanzierungshilfen des Bundes profitieren soll, ist hingegen derzeit noch unklar. Für dieses Jahr fehlen dem Landkreis etwa drei Millionen Euro im Haushalt. Seit einer Woche beschäftigt das Landratsamt nun auch eine neue Fachkraft für Integration. Insgesamt 60 Mitarbeiter des Landratsamtes sind derzeit mit der Lösung der Flüchtlingsproblematik beschäftigt. Vorrangiges Problem ist der fehlende Wohnraum und das Erreichen der Kapazitätsgrenze bei verschiedenen Unterkünften. Leerstehende Hallen und Supermärkte sollen daher nun geprüft werden. Bislang leben etwa 1700 Flüchtlinge in Mittelsachsen.