Sachsens Umweltminister spricht über Regionalität

Genuss Im Zellwald treffen verschiedene Vertreter aufeinander

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Gemeinsam mit Waidmännern und Fleischer Konrad Geßner (2.v.li.) präsentiert Minister Thomas Schmidt frisches Wildbret. Foto: Wieland Josch

Zellwald. Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt erlebt derzeit in der Regierung durchaus turbulente Zeiten. Zu dem Termin am letzten Donnerstag im Zellwald bei Obergruna wollte er aber unbedingt erscheinen. Gekommen waren nicht nur Jäger, sondern auch Vertreter des regionalen Bauernverbandes, der Gastronomie und des fleischverarbeitenden Gewerbes. Denn darum sollte es gehen, dass das geschossene Wild aus heimischen Wäldern auch auf den Tellern der Verbraucher landet.

Regionalität wird immer wichtiger

Und es sprechen durchaus gute Gründe dafür, mehr Wild zu essen, ganz abgesehen von dem guten Geschmack. "Viel wird derzeit von Regionalität gesprochen", so Thomas Schmidt. "Es ist den Menschen wichtig, dass das, was sie verbrauchen, auch aus ihrer Gegend kommt." Ob Wildschwein, Rot- oder Damwild, es lebt praktisch direkt um die Ecke. Es zu schießen gehöre zum Kreislauf der Natur hinzu. Vor allem die Wildschweinpopulation ist viel zu groß. "Es wird ja nicht einmal geschafft, durch Abschuss den Nachwuchs auszugleichen", stellt Gunther Zschommler vom Sächsischen Landesbauernverband fest.

Doch sind noch weitere Aspekte Fürsprecher. Kurze Lieferwege sorgen für Frische. Außerdem ernähren sich Wildtiere praktisch vollkommen biologisch, was sich in der Qualität des Fleisches bemerkbar macht. "Das macht es gesund und attraktiv", befindet Franziska Luthardt vom Chemnitzer Regionalverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. "Zwei Drittel aller gastronomischen Einrichtungen in Sachsen bieten Wild an."

Ein weiterer Grund für den Abschuss, besonders des Dam- und Rotwildes, liegt im Schutz der Wälder. Diese Tiere fügen den Bäumen zunehmend mehr Schaden zu, weshalb auch hier auf ein ausgewogenes Verhältnis geachtet werden muss. Der Ruf des Jägers, so Thomas Schmidt, werde zu Unrecht von manchen negativ gesehen. Sein Verdienst um die Natur sei immens wichtig.