"Sängergemeinschaft Burgberg" verabschiedet sich für immer

Chor Nachwuchsprobleme bringen den Lichtenberger Verein zur Auflösung

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Beim Lichtenberger Festumzug im Mai 2017 machte die Sängergemeinschaft Burgberg noch einmal so richtig Stimmung. Foto: Wieland Josch

Lichtenberg. Als die "Sängergemeinschaft Burgberg" aus Lichtenberg am 7. Mai ihren 40. Geburtstag feierte, war dies ein Tag der Freude und der Traurigkeit zugleich. Denn die Vorsitzende des Vereins, Uta Stegert, gab aus diesem Anlass die Auflösung von Verein und Gemeinschaft zum 30. Juni bekannt. Der letzte offizielle Auftritt fand am 10. Juni beim Sommersingen in Oberschöna statt, dann schloss sich der Vorhang.

Der Bass brachte das Fass ins Rollen

Zwei Gründe gab es, die diesen Schritt unausweichlich machten: zum einen gab es keinen Nachwuchs, und zum anderen wollte man den eigenen Anspruch nicht herunterschrauben. "Unsere einzige Bassstimme, ein Mann von über 80 Jahren, hat uns gesagt, dass er nicht mehr mitsingen könne", erzählt Chorleiter Michael Albrecht. Zwar habe man noch über drei Tenöre und mehrere Sopran- und Altstimmen verfügt, doch sei ein Bass zu wichtig bei einem anspruchsvollen Repertoire. "Und dreistimmig weitermachen, das wollten wir nicht", so Albrecht.

Wertewandel verhindert Nachwuchs im Verein

Zumal die Zukunftsaussichten auch schwierig seien, denn es kommen einfach keine jungen Stimmen hinzu. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Vor allem aber sei es so, dass heutzutage in den Familien nicht mehr gemeinsam gesungen werde und so Freude und Interesse bei Kindern und Jugendlichen gar nicht erst aufkommen könne. "Auch gibt es doch kaum noch Schulchöre", sagt Jana Thielscher vom ehemaligen Vereinsvorstand.

Die Sängergemeinschaft werde aber nicht völlig zerbrechen. Privat wird man sich weiter treffen und sicher auch, wie etwa in diesem Jahr, beim Umzug zum Lichtenberger Dorffest dabei sein. Ein Teil der Mitglieder singt nun in anderen Chören, außerhalb der Gemeinde. Traurig sei man auf jeden Fall, dass es so kommen musste. "Doch bevor es anfängt, schlecht zu klingen, ist es besser, man lässt es", so Uta Stegert.