Sammler holt den "All-Tag" auf die Erde

Jubiläum Tasillo Römisch feiert 20 Jahre Raumfahrtmuseum in Mittweida mit echtem Kosmonauten

Wer den unendlichen Weiten des riesigen Weltalls ein ganzes Stück näher sein will und dabei unter anderem wissen möchte, wie die heutigen Raumfahrer in der Schwerelosigkeit ihren "Alltag" verbringen, was die Frauen und Männer unten drunter tragen und ob es überhaupt auf der Internationalen Raumstation eine Toilette gibt, erhält von Tasillo Römisch prompt die nötigen Informationen. Der Raumfahrtexperte betreibt bereits seit zwei Jahrzehnten in Mittweida das einzige private Raumfahrtmuseum in Deutschland und hat in dieser Zeit knapp 95.000 Ausstellungsstücke zusammengetragen. Der Geburtstag seines einzigartigen Museums wurde diesen Montag im neuen Mittweidaer Zentrum für Unterhaltung, Medizin- und Medientechnik richtig groß gefeiert, das sich im wahrsten Sinne des Wortes in ein Raumschiff verwandelte. Denn an Bord hatten sich nicht nur enge Freunde und Wegbegleiter befunden. Mit von der Partie war auch der echte russische Kosmonaut Alexander Michailowitsch Samokutjajew. "Ich habe Tasillo vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal getroffen und seitdem sind wir gute Freunde geworden", erzählt Samokutjajew. "Er spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Menschen die Raumfahrt zu erklären", sagt der Kosmonaut, der als Kommandant auf der Internationalen Raumstation fungierte. Im September 2014 wird er einen weiteren Flug ins All antreten. Der Russe war allerdings nicht das erste Mal in Mittweida. Denn bei einem überraschenden Blitzbesuch im Mai 2012 hatte er bereits die interaktive Geschicklichkeitswand "T-Wall" des Mittweidaer Elektronik-Dienstleisters IMM sprichwörtlich in Beschlag genommen. "Die Reaktionswand wurde 2010 für das Training von Astronauten zur Verfügung gestellt", erklärt Römisch, der zur Jubiläumsfeier eine ganz besondere Postkarte präsentierte. Auf ihr zu lesen sind rund 3.000 Namen, die am Karl-May-Lesemarathon in Mittweida teilnahmen. Die Karte, die an Bord der Raumstation abgestempelt wurde, ist künftig an der Hochschule Mittweida zu sehen.