"Sauerei" soll gestoppt werden

Kommune Mit Eilantrag Klage gegen Ferkelzuchtanlagebei Ehrenberg

Die schon im September begonnenen Bauarbeiten einer neuen Ferkelzucht- und Biogasanlage, die auf einer Feldanhöhe bei Ehrenberg entstehen soll, sorgen weiterhin für heftige Kritik in der Bevölkerung und innerhalb der Gemeindeverwaltung. Diese will nun mit einem beim Verwaltungsgericht in Chemnitz eingereichten Eilantrag den Stopp der Baumaßnahme erzwingen. Der Gemeinderat gab für die Klage in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht. "Grund für den juristischen Weg ist die Hinhaltetaktik der Landesdirektion Sachsen, die seit mehr als vier Monaten den Einspruch unserer Gemeinde gegen den Bau der neuen Ferkelzucht- und Biogasanlage prüft", erklärt Gemeindechef Christoph Merker. Unterstützung bekommt er hier von einer Bürgerinitiative. "Weil wir bisher noch immer keinen Bescheid von der Behörde erhalten haben, die Bauarbeiten aber bereits seit Wochen voll im Gange sind, war der Eilantrag auf einen Baustopp unumgänglich", erklärt Merker. In dem Papier nehmen die Gegner erneut Bezug auf Umwelt- und Geruchsbelästigungen als direkte Folge der Zuchtanlage, in der später bis zu 14.400 Ferkel in einer fast 5.000 Quadratmeter großen Halle aufgezogen werden sollen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass genau das zu einer Geruchsimmission führt, die zukünftig nicht nur die Lebensqualität der Ehrenberger vermindert, sondern auch negative Auswirkungen auf das Naherholungsgebiet rund um die Talsperre hat", sagt Merker.

Zudem lehnt er ab, dass die Betreiber der Anlage Niederschlagswasser sowie biologisch behandeltes Abwasser aus einer Kleinkläranlage in den Ehrenberger Dorfbach leiten. "Bei extremem Wetter könnte das unter anderem zum Hochwasser führen", meint Merker. Sollten die Richter in Chemnitz den Eilantrag befürworten, wäre die bereits von der Landesdirektion in Chemnitz erteilte Baugenehmigung vorerst ungültig.