Schützender Mantel für die Kranken

Feier Hospiz "Ellen Gorlow" in Oederan wurde nach über zwei Jahren Bauzeit eröffnet

Mit einer festlichen Veranstaltung wurde am Sonnabend in Oederan das erste stationäre Hospiz im Landkreis eingeweiht. Bauherrin Rosemarie Koop von der SWG machte auf die zahlreichen Probleme aufmerksam, die sich vor und während der Sanierung der einstigen Schustervilla ergeben hatten. Die SWG hatte nach dem Hochwasser vor zehn Jahren lange vergeblich nach Möglichkeiten einer Nutzung gesucht. "Wir haben sogar an einen Abriss gedacht", gestand die SWG-Geschäftsführerin ein. "Wir waren daher sehr froh, als der Hospizverein Interesse zeigte." Viel Lob konnten neben dem Verein die Bauleute einheimsen, die an dem 2,4 Millionen Euro teuren Projekt beteiligt waren.

Wie Rosemarie Koop hat auch Bürgermeister Steffen Schneider beste Erinnerungen an das Haus, in dem sie den Hort besuchten. Jetzt sind dort zehn Patientenzimmer mit Bad, ein Gemeinschaftsraum mit Küche, die von Patienten und Angehörigen genutzt werden kann, sowie weitere Räume entstanden. Für die Einrichtung eines der Patientenzimmer hat Veronika Bellmann die Mittel bereitgestellt. Die Bundestagsabgeordnete aus Eppendorf sah sich von Beginn an als "Türöffner bei Ämtern, Behörden und Ministerien". Als Schirmherrin sei sie stolz, zur Familie der "Begleitenden Hände" zu gehören. "Ihr leistet einen unheimlich wertvollen Dienst an der Gesellschaft", sagte sie an die Vereinsmitglieder gewandt. Vorstand und Hospizmitarbeiter hatten zuvor den verdienten Applaus auf der Bühne entgegen genommen. Vereinschefin Petra Kröner machte noch einmal das Anliegen deutlich: "Wir wollen den Menschen einen Mantel umlegen, der sie vor Angst, Schmerz und Leid schützt."

Nachdem die Ehrengäste bereits am Sonnabend das Hospiz "Ellen Gorlow" in der Richard-Wagner-Straße in Oederan besichtigen konnten, stand es am Sonntag für die Allgemeinheit offen.