Schenkungen genau abwägen

Rat Steuerliche Vorteile für eine "vorweggenommene Erbfolge"

"Noch zu Lebzeiten sollte man sich die Frage stellen, ob und was im Hinblick auf ein Versterben zu regeln ist. Neben Fragen der Errichtung eines Testaments sollte der Erblasser (= Person, durch deren Tod die Erbschaft auf die Erben übergeht) auch eine Entscheidung dahingehend treffen, ob er nicht vor seinem Ableben sein Vermögen (z.B. Geld, Immobilien) oder Teile davon auf seine Erben übertragen will. Zumeist geschieht dies als Schenkung, denkbar ist jedoch auch die Einräumung eines Nutzungsrechts, z.B. eines Wohnrechts an einer Immobilie. Zumeist sprechen steuerliche Vorteile für eine solche sogenannte "vorweggenommene Erbfolge". Bedenken sollte man in diesem Zusammenhang aber auch, dass der Erblasser eine Prognose anstellen muss, ob nach der beabsichtigten Schenkung sein restliches Vermögen zur Bestreitung seines Lebensunterhalts ausreicht, auch zum Beispiel für den Fall der Pflegebedürftigkeit oder schweren Krankheit. Ansonsten droht eine Rückforderung der Schenkung durch den Träger von Sozialleistung gegenüber den Beschenkten."

Heike Boldt, Rechtsanwältin