Scheu und selten: Wildkatze ist Tier des Jahres

Tiere Im Nationalpark Hainich sind sie zu sehen

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Im Wildkatzendorf müssen die Katzen nicht jagen. Sie werden von den Rangern gefüttert. Foto: Ulli Schubert

Hainich. Die Europäische Wildkatze wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung zum "Tier des Jahres 2018" ernannt. Wildkatzen unterscheiden sich schon optisch von der Hauskatze und sind - im Gegensatz zu ihren domestizierten Verwandten - sehr selten.

"Die streng geschützte Art ist auf Schutzmaßnahmen und den Erhalt naturnaher Wälder sowie hecken- und gehölzreicher Kulturlandschaften angewiesen", sagt Malte Götz. Der Biologe und Wildkatzenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung betont, wie wichtig das Engagement ist: "Denn noch immer bleibt vieles über die ökologischen Ansprüche der Wildkatze im Verborgenen. Ihr Lebensraum ist der Wald und sie sind überwiegend in der Dämmerung und der Nacht aktiv."

Der perfekte Rückzugsort

Der Nationalpark Hainich, als einer der wertvollsten alten Buchenurwälder des Landes Unesco-Weltkulturerbe, ist eines der letzten Rückzugsgebiete der Wildkatzen. Der Nationalpark wurde vor 20 Jahren, am 31. Dezember 1997 gegründet.

Die Wildkatze ist die prominenteste Tierart im Nationalpark, aber man wird sie als Besucher kaum entdecken. Anders ist das im Wildkatzendorf Hütscheroda. Die Anlage dort bietet einerseits die Möglichkeit, die sehr scheuen Tiere zu bewundern, will aber anderseits auch auf die Anstrengungen des Naturschutzes zum Erhalt der Art hinweisen.

Ein Problem ist, dass selbst der Nationalpark für die Tiere zu klein wird. Mit Hilfe künstlich angelegter Korridore werden Möglichkeiten geschaffen, dass die Wildkatzen in andere Waldgebiete auswandern können. www.nationalpark-hainich.de