Schlamm, starker Nachwuchs und Heimsieg: ADAC Enduro Jugend Cup Ost 2026 in Flöha

Das Sprintenduro in Flöha zeigte am Samstag nicht nur starken Sport, sondern auch, wie viele Hände es braucht, damit junge Fahrer überhaupt an den Start rollen können

Flöha

Noch wenige Tage zuvor flimmerte bei mehr als 30 Grad die Hitze über dem Gelände. Beim MC Flöha dachte man an Staub. Am Samstagmorgen war davon nichts mehr übrig.

Regen prasselte auf Helme und Brillen, Reifen gruben sich in den weichen Boden, Schlamm klebte an Stiefeln und Motorrädern. Und ausgerechnet jetzt rollten die Kleinsten auf ihren 50er- und 65er-Maschinen an den Start.

Was braucht es eigentlich, damit unter solchen Bedingungen am Ende trotzdem ein Kind mit einem breiten Grinsen durchs Ziel fährt?

Dieser Samstag in Flöha gab darauf eine ziemlich eindrucksvolle Antwort.

7,3 Kilometer rund um das Vogeltal

Beim 3. ADMV Sprintenduro des MC Flöha e.V. im ADMV ging es am 22. August um Punkte beim vierten Lauf des ADAC Enduro Jugend Cup Ost 2026.

Mehr als 7,3 Kilometer führte die Runde rund um das Vogeltal: über die Motocross-Strecke, durch Endurosektionen, über Wiesen und Felder. Mal schnell, mal technisch – und durch den Regen am Vormittag deutlich anspruchsvoller als gedacht.

Mit Luca Fischeder als Vorfahrer bekam der Nachwuchs dabei Unterstützung aus der etablierten Enduroszene.

Kleine Räder, tiefer Schlamm – und großer Wille

Vor allem der Feldtest verlangte den jüngsten Fahrern alles ab. Der Boden wurde schwer, die kleinen Räder gruben sich ein und teilweise setzte sich so viel Schlamm an den Maschinen fest, dass jeder Meter Arbeit bedeutete.

Doch die Kids fuhren weiter. Runde für Runde.

Wer an diesem Vormittag am Streckenrand stand, brauchte keine Stoppuhr, um Leistung zu erkennen. Man sah sie in konzentrierten Gesichtern, in schlammverschmierten Motorrädern und schließlich in erschöpften Kindern, die im Ziel trotzdem strahlten.

Daneben Eltern, Helfer und Betreuer – mindestens genauso erleichtert und stolz.

Manchmal erzählt ein dreckiges Motorrad eben mehr über einen Renntag als eine Ergebnisliste.

Dann kam die Sonne

Am Nachmittag änderte sich das Bild. Die Wolken rissen auf, die Sonne kam heraus und die Strecke entwickelte sich für die größeren Klassen immer mehr zu einem echten Enduro-Spielplatz.

Auffahrten, Steine und technische Sektionen verlangten Gefühl an Gas und Kupplung. Jetzt war zu sehen, wer sein Motorrad sauber führte, die richtige Linie fand und auch dann ruhig blieb, wenn es schwierig wurde.

Aus dem nassen Kampf des Vormittags wurde ein anspruchsvoller Enduro-Nachmittag.

Ein Heimrennen mit starken Ergebnissen

Und auch sportlich gab es für den MC Flöha einiges zu feiern.

Paul Kehr holte in der Jugend 85 B den Heimsieg. Till Ebert wurde Zweiter bei den Schülern 65 und Elias Neukirchner fuhr in der mit 22 Startern größten Klasse des Tages, der Jugend 125, ebenfalls auf Rang zwei.

Besonders schön für den Gastgeber: MC Flöha 1 mit Till Ebert, Paul Kehr und Darius Delling gewann die Mannschaftswertung. MC Flöha 2 mit Elias Neukirchner, Paul Richter und Constantin Wiedemann wurde Dritter.

Zwei Mannschaften des eigenen Vereins auf dem Podium – ein starkes Ergebnis beim Heimrennen.

Die komplette Ergebnisliste ist hier einsehbar.

Die Menschen hinter dem Renntag

Doch während am Samstag Motoren zu hören waren und um Sekunden gekämpft wurde, lag ein anderer Teil der Leistung längst hinter den Beteiligten.

Der Regen hatte die vorbereitete Strecke ausgewaschen. Wasser musste abgeleitet, beschädigte Stellen mussten ausgebessert und Abschnitte erneut hergerichtet werden.

Da stehen Menschen im Nassen, schaufeln, reparieren und organisieren – nicht, weil später ihr Name ganz oben in einer Ergebnisliste steht, sondern damit andere überhaupt starten können.

Dazu kommen Streckenposten, Zeitnahme, Helfer, Unterstützer, Partner und Familien und auch Sponsoren. Viele Hände, viele Stunden und vieles, was ein Zuschauer am Renntag kaum wahrnimmt.

Genau darin liegt der Wert eines Vereins wie des MC Flöha.

Und was braucht es nun?

Was also braucht es, damit ein Kind und Jugendlichen nach vier schweren Runden schlammverschmiert, erschöpft und trotzdem glücklich durchs Ziel fährt?

Eine gute Strecke. Ein Motorrad. Mut und Talent – natürlich.

Aber eben auch jemanden, der morgens schon da war. Der Wasser von der Strecke gebracht, einen Streckenabschnitt repariert, eine Zeit genommen, eine Flagge gehalten, ein Motorrad geschoben oder einem jungen Fahrer Mut gemacht hat.

Die Pokale sind das, was man am Ende sieht. Der eigentliche Wert dieses Tages steckt in den Menschen dahinter.

In einem Verein, der Kindern und Jugendlichen einen Ort gibt, an dem sie ausprobieren, lernen, kämpfen, hinfallen, weitermachen und über sich hinauswachsen können.

Und vielleicht war genau das das schönste Bild dieses Samstags in Flöha:

Schlamm im Gesicht, müde Arme – und dieses breite Grinsen im Ziel. Sowohl bei den Fahrern als auch bei denen, die nicht im Mittelpunkt stehen...

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