Schloss im Manga-Fieber

Ausstellung "Mangamania" auf Schloss Augustusburg

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Foto: Ulli Schubert

Augustusburg. Außergewöhnlich groß war das Interesse der Medien, die noch vor der Eröffnung der neuen, interaktiven Erlebnisausstellung "Mangamania - Große Augen garantiert" auf dem Schloss am Gründonnerstag einen Blick in die Ausstellungsräume werfen durften.

70 Jahre Manga-Geschichte

Fotografen und Kameraleute umschwirren die Mangaka, Kuratorin Annette Horbach und nicht zuletzt die Cosplayer. Schloss-Chefin Patrizia Meyn steht die Freude ins Gesicht geschrieben. "Unsere Ausstellung bietet einen Querschnitt durch mehr als 70 Jahre Manga-Geschichte mit all ihren Facetten. Es ist eine Ausstellung entstanden, die nicht nur Wissenswertes rund um Manga und Japan bietet, sondern zum Selbstmachen und Ausprobieren einlädt." Das ist bei Computerspielen genauso möglich wie etwa bei der Gestaltung eines Manga.

Den japanischen Manga gibt es in einer unglaublichen Vielfalt, und längst hat er auch Amerika und Europa erobert. "Bis in die 1950er Jahre war der Manga eine reine Männerdomäne, dann ebnete Hasako Watanabe auch den Frauen den Weg in diese Kunst", so Annette Horbach. Inga Steinmetz aus Berlin - die 34-Jährige bezeichnet sich selbst scherzhaft als Manga-Oma - ist eine der wichtigsten Mangaka, also Manga-Autorin, in Deutschland.

Seit zehn Jahren veröffentlicht die Berufszeichnerin Manga-Bücher in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen und so auch zur Erotik gelangt ist. Für dieses Thema gibt es in der Ausstellung einen speziellen Raum Ü18. "Ich suche immer neue Herausforderungen und auch der Verlag sucht stets Neues", sagt Inga Steinmetz, die um die sieben Monate an einem Buch arbeitet.

Cosplay-Kostüme werden auch zu sehen sein

Anziehungspunkt in der Schau werden sicher auch die Cosplay-Kostüme sein, die unter anderem von Maria Dick aus München und Rudolf Arnold aus München zur Verfügung gestellt wurden. Sie 22 Jahre alt, er 62. "Es ist diese starke und bunte Community, die den Reiz ausmacht", sagt Maria, die bis zu acht neue Kostüme im Jahr herstellt. Der Mathematiklehrer Arnold ist im Cosplay Hatsune Miku auf Schloss Augustusburg unterwegs.

Es ist dies eine rein virtuelle Figur, die es in der Realität nicht gibt. Und trotzdem zieht Miku Tausende Menschen auf ihre Konzerte, die stets ausgebucht sind. Die Fans haben ihre Lieder geschrieben und ihre Tänze choreografiert, die auf einer Leinwand zu sehen sind. Zu sehen gibt es in der Sonderausstellung noch vieles mehr und ein spezielles Programm. Cosplayer kommen übrigens zum Spezialpreis in die Ausstellung.