Schule trennt sich von 100-jährigem Baumriesen

Ferienarbeit Trauerweide aus Sicherheitsgründen entfernt

Lars Heinze bei der Arbeit im Baum. Foto: Ulli Schubert

Flöha. In der vergangenen Woche schlug für eine Trauerweide im Hof der Oberschule Flöha-Plaue das letzte Stündlein. Seit mehr als 100 Jahren stand der Baumriese hier und spendete mit seinem weit ausladenden Blätterdach an heißen Tagen Schatten für Schüler und Lehrer. Und bestimmt könnte er so manche aufregende Geschichte über Generationen von Lehrern und Schülern erzählen.

Nun also war für den Baum die Zeit gekommen oder wie es im Amtsdeutsch lautet: "Die Standsicherheit war nicht mehr ausreichend gegeben", wie Flöhas Pressesprecher Reiner Schirmer betont. "Keine Frage, es bestand durchaus die Gefahr, dass Teile der stattlichen Weide herunterfallen könnten. Bereits vor drei Jahren wurden an der Weide Kronensicherungsarbeiten durchgeführt, die für zusätzlich Stabilität des Baumes sorgen sollten. Nach einer neuerlichen Prüfung durch Baumexperten sah die Stadtverwaltung dringenden Handlungsbedarf, weshalb noch vor Ende der Ferien eine Spezialfirma mit dem Abtragen der Trauerweide beauftragt wurde. Eine Fällung kam wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht in Frage."

Neue Trauerweide kommt im Herbst

Ein speziell für derartige Aktionen ausgebildeter Baumkletterer schoss zunächst mit einem großen Katapult eine Leine durch das Kronendach, um anschließend ein Kletterseil daran zu befestigen. Mit Klettergeschirr, Helm und Kettensäge seilte sich der Spezialist Lars Heinze von der Firma "Grünberger Baumsteiger" in den Baumwipfel. Mit einem Stammumfang von rund 3,75 Metern und einer geschätzten Höhe von 25 Metern war diese Aufgabe auch für den routinierten Baumsteiger kein alltäglicher Auftrag.

Die Kosten für Abtragen und Entsorgung belaufen sich auf etwa 1000 Euro. "Natürlich", so Hauptamtsleiter Martin Mrosek, "erhält die Schule im Herbst an gleicher Stelle eine neue Trauerweide."