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Westsachsen

Sie bringen Halsbrücke zum Läuten

Fördermittel Minister Schmidt schaut sich Projekte des Leader-Programms an

Halsbrücke. 

Halsbrücke. Es ist schon ein symbolisches Bild, wenn Thomas Schmidt, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Andreas Beger, Bürgermeister von Halsbrücke, und Matthias Damm, Landrat des Kreises Mittelsachsen (v.l.), gemeinsam an einem Strang ziehen, und sei es nur, um die Schichtglocke im Treibehaus des VII. Lichtlochs des Rothschönberger Stolln in Halsbrücke zu läuten.

Gebäude sollte es eigentlich nicht mehr geben

Der Minister war in die Region gekommen, um sich von der Verwendung der Fördermittel aus dem Leader-Programm ein Bild zu machen. Freistaat, Kreis und Kommune müssen dabei Hand in Hand arbeiten, damit der ländliche Raum gestärkt wird. Dafür stehen seit Beginn der Förderperiode 2014 bis zu ihrem Ende 2020 mehrere hundert Millionen Euro zur Verfügung.

Eigentlich, so Andreas Benthin, Vorsitzender des Fördervereins "VII. Lichtloch des Rothschönberger Stolln" in Halsbrücke, sei es gar nicht vorgesehen gewesen, dass das Treibe- oder Schachthaus der Anlage heute noch stehe und außerdem saniert werde. "Das Gebäude wurde 1850 lediglich für die Zeit der Arbeiten am Stolln errichtet", so Benthin am vergangenen Montag, als Staatsminister Thomas Schmidt zu Gast war. "Diese Arbeiten waren 1877 abgeschlossen, insofern machen wir mit dem Erhalt etwas, das nicht beabsichtigt war."

Glücklicherweise, denn so wird ein wichtiger Zeuge des regionalen Bergbaus erhalten. Im vergangenen Jahr musste es allerdings dringend saniert werden. "Das war bitter notwendig", sagt Architekt Norbert Dittrich, zugleich zweiter Vorsitzender des Fördervereins. "Das Dach musste neu gedeckt werden und die Statik machte außerdem Schwierigkeiten."

Leader-Regionen entscheiden selbst

Das lag daran, dass die Fußschwelle des Hauses vollkommen marode war. Die Kosten beliefen sich auf fast 135.000 Euro, eine Summe, welche der Verein unmöglich allein aufbringen konnte. Das europäische Förderprogramm zur Stärkung des ländlichen Raumes Leader konnte helfen.

Mit den zur Verfügung stehenden Geldern wurden die notwendigen Arbeiten durchgeführt, weshalb der Verein zum Tag der Schauanlagen des Bergbaus und Hüttenwesens im Landkreis Mittelsachsen, der am vergangenen Sonntag stattfand, den zahlreichen Besuchern das sanierte Haus präsentieren konnte, in dem sich zudem derzeit eine Ausstellung mit Arbeitsgegenständen der Bergleute befindet. 427 Millionen Euro stehen allein in Sachsen für die Leader-Förderperiode bis 2020 bereit. Das Besondere daran ist, dass die 30 Leader-Regionen im Freistaat selbst entscheiden, wofür die Gelder eingesetzt werden.



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