So kommt Breitband auch aufs Land

IDEE Investitionen sollen über Baumaßnahme hinaus gehen

Hainichen. 

Hainichen. Online können nicht nur aktuelle Nachrichten abgerufen werden. Auch Musik oder Filme streamen Nutzer heute digital. Mit steigender Technologisierung ist anzunehmen, dass ein schneller Anschluss zukünftig notwendig sein wird. Derzeit plant die Stadt Hainichen daher gemeinsam mit Vodafone den Ausbau in der Gemeinde mit Breitbandanschluss. Damit sollen Leistungen bis zu einem Gigabit erreicht werden. Das Projekt scheint damit zukunftsorientiert zu sein.

Das Kabel allein nützt wenig

Nun werden aber auch Rufe laut die Maßnahme weiterzudenken. "Der Breitbandanschluss kann eine sehr gute Chance für unsere Region sein", erklärt Ringo Grombe und ergänzt: "Um aber Leute hier wieder auf das Land zu bekommen braucht es mehr als Internet". Er ist Vorsitzender der Kulturwerkstätten JohannesHof e.V. im Hainicher Ortsteil Bockendorf. Der Verein ist im soziokulturellen Bereich zum Beispiel in der Geflüchteten- oder Nachwuchsarbeit aktiv. "Es muss auch in die Kultur und den sozialen Bereich investiert werden. Erst dann kommen die Leute auch wieder auf das Land", ist sich Ringo Grombe sicher. Geht es nach ihm, dann sollte das Breitbandprojekt zu einem ganzheitlichen Entwicklungskonzept ausgebaut werden. "Vodafone sollte auch ein soziales Engagement zeigen und zum Beispiel bürgerschaftliches Engagement unterstützen, PlusBus-Initiativen starten oder die Kulturzentren stärken.

Konzept könnte mehr Menschen in die Region locken

Die investierten Gelder müssen weit über das Fördervolumen und das Werbebudget der Maßnahme hinausgehen", schlägt der promovierte Chemiker vor und denkt seine Idee weiter: "Viele können mit dem Internet nicht richtig umgehen. Kinder hängen heute mehr Online ab als draußen ihre Erfahrungen zu machen. Es braucht Kurse damit wir zu souveränen Nutzern der Technik werden". Kritikern seines Konzeptes begegnet Ringo Grombe mit Offenheit. "Es ist eine Idee, die zum Weiterdenken einlädt. Nur wenn wir darüber reden, können wir etwas entwickeln", sagt er und ergänzt: "Auch der JohannesHof liegt im förderfähigen Bereich. Das Breitband ist damit auch für uns eine Chance. Für die Nachhaltigkeit braucht es aber eben mehr. Stärkt Vodafone mit zusätzlichem Gemeinwohlengagement die Region, dann kommen auch wieder mehr Leute hierher was auch wieder mehr Kunden bringt".