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So lebten Gastarbeiter in der DDR

Ausstellung Stadtmuseum zeigt ihr Schicksal

Lichtenstein. 

Lichtenstein . Unter dem Titel "Bruderland ist abgebrannt" wird am Freitag im Lichtensteiner Stadtmuseum eine neue Sonderausstellung eröffnet, die sich mit den Vertragsarbeitern in der DDR und ihrem Schicksal nach der Wende bis in die Gegenwart beschäftigt. "Sie kamen aus Ungarn, Polen, Algerien, Kuba, Mosambik, Vietnam, Angola, Nordkorea und China. Mit dem Ende der DDR verloren sie als erste ihre Stellen, die Wohnheime kündigten ihnen die Zimmer, und entgegen den bestehenden Verträgen sollten sie nur noch weg", so Museumsleiterin Anne Sophie-Berner in ihrer Vorstellung der neuen Sonderschau. Über 90.000 Vertragsarbeiter waren in der Wendezeit in den Betrieben der DDR aktiv.

Die Sonderausstellung wird vom 7. März bis zum 18. Mai im Museum der Stadt Lichtenstein gezeigt. Sie stammt von dem Berliner Verein Reistrommel und wurde mit Leihgaben ergänzt, unter anderem Fotos von Lichtensteiner Betrieben, in denen Vietnamesen in den 80er-Jahren arbeiteten. Sie lebten in Wohnheimen in Zwickau und Oberlungwitz. Filme zu dem Thema sowie Wohnheimmobiliar ergänzen die Ausstellung.

Den Einführungsvortrag zur Eröffnung, die am Freitag, 19 Uhr, beginnt, hält Tamara Hentschel. Sie ist Geschäftsführerin des Reistrommel e.V. und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Der Eintritt ist frei. Das Stadtmuseum Lichtenstein (Ernst-Thälmann-Straße 29) ist samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Für Schulklassen und andere Gruppen finden Sonderveranstaltungen und Führungen nach Absprache (Tel.: 037204/86453) statt.