So wurde früher Getreide gedroschen

Hobby Auftritte der Dreschflegelgruppe Eulendorf sind beliebt

Wenn die Frauen, Männer und Kinder der Dreschflegelgruppe Eulendorf ihre Dreschflegel schwingen und im Takt auf das Stroh niederfliegen lassen, sind Zuschauer begeistert und bekommen einen Einblick, wie beschwerlich früher die Arbeit auf dem Lande war. "Das ist auch unser Anliegen. Wir wollen die Geschichte bewahren und dafür sorgen, dass die alten Bräuche nicht in Vergessenheit geraten", erklärt Vereinschef Walter Glöckner bei den Auftritten der Gruppe. 1984 gründete er den Verein und hat bis jetzt 33 Mitglieder ausgebildet. Jeden Dienstag traf man sich auf dem Vierseitenhof des Seniors in Eulendorf und Walter Glöckner brachte den Interessierten das Einmaleins des Dreschens mit dem Flegel auf altbewährte Weise bei. "Man braucht ein bestimmtes Taktgefühl dazu und jeder in der Runde muss auf seinen Nachbarn achten. Manchmal spiele ich auch auf dem Schifferklavier dazu", sagt der 83-jährige Vereinschef. In den 28 Jahren hatte die Gruppe über 700 Auftritte auf Dorf- und Heimatfesten und zu Messen. Fest eingeplant ist jährlich das Mitwirken beim Tag der Sachsen. 34 Mitglieder zählt die Gruppe, die sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen muss, denn die meisten sind im Alter bis 25 Jahre. Für ihre Auftritte tragen sie zeitgemäße Kleidung, die allesamt aus der umfangreichen Sammlung von Walter Glöckner stammt. Neben dem Dreschen fungiert der Senior als Moderator und berichtet aus der Zeit von damals. Mit vielen Episoden und Geschichten lässt er die früheren Zeiten wieder lebendig werden. Darüber hinaus wird beispielsweise gezeigt, wie ein Strohseil gebunden wird, wie man auf Stelzen läuft oder einen Kreisel dreht. Auch erklärt der Senior die Kleiderordnung, denn meist gab es feste Regeln dafür. Ein Bauer, der über 20 Hektar Land bewirtschaftete, trug lange schwarze Stiefel und ein weißes Leinenhemd. Begab er sich einmal in die Stadt wurde ein Vorhemd darüber gezogen und ein gestrickter Schlips umgebunden, den gab es jedes Jahr zu Weihnachten neu.