SolarWorld: Ab August müssen Mitarbeiter gehen

Wirtschaft Ohne Stellenabbau ist die Fortführung der Arbeit nicht möglich

Am Montag dieser Woche wurde die Belegschaft am SolarWorld-Standort im Gewerbegebiet Hilbersdorf von den Personalabbaumaßnahmen unterrichtet. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Ohne einen deutlichen Stellenabbau ist die Fortführung der Arbeit beim insolventen Solarmodul-Unternehmen SolarWorld an den Standorten Freiberg (Sachsen) und Arnstadt (Thüringen) nicht zu gewährleisten.

Darüber informierte am Montag dieser Woche der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg die Belegschaften auf entsprechenden Versammlungen. Trotz großer Anstrengungen und hervorragendem Einsatz der Mitarbeiter sei es in den acht Wochen des vorläufigen Verfahrens nicht gelungen, genügend Liquidität zu erwirtschaften, woran besonders die hohen Produktionskosten die Schuld tragen.

Es gibt Interessenten, ein Verkauf ist aber schwierig

Das Insolvenzgeld, welches der Bund zahle, steht nur bis Ende Juli zur Verfügung. Ab dem 1. August müssen die Mittel selbst erwirtschaftet werden. Derzeit sind an beiden Standorten rund 1.850 Mitarbeiter beschäftigt. Zwar hätten einige Investoren ihr Interesse an dem Unternehmen bekundet, doch ohne genauere Prüfungen sei es nicht möglich, einen Verkauf dieser Größenordnung abzuwickeln. Es bestehe deswegen noch ein Prüfungsbedarf von etwa vier Monaten.

"Somit bewegen wir uns gerade im Spannungsfeld zwischen Rettungsaussichten sowie Perspektiven für SolarWorld einerseits und den aktuellen Sach-, Struktur- und Personalkosten, die wir nicht vollumfänglich erfüllen können, andererseits", stellte Horst Piepenburg fest.

Nicht wenige hatten mit Entlassungen gerechnet

Nach dem 31. Juli müssten deshalb signifikant Personalkosten eingespart werden, was die Freistellung zahlreicher Mitarbeiter bedeute. Nichtsdestotrotz, so äußerte sich Piepenburg, sei es sein erklärtes Ziel, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Ebenso wolle er alles tun, um die jeweiligen Standorte zu sichern.

Genauere Angaben über Angebote und Interessenten können aber im Moment nicht gemacht werden. Die Belegschaft reagierte in Teilen überrascht auf die Ankündigungen, doch wie hinterher zu hören war, hatten nicht wenige mit solchen oder ähnlichen Maßnahmen gerechnet.