Soziales Engagement findet Anerkennung

Auszeichnung Für Bürger, die sich tagtäglich in einem besonderen Maße ehrenamtlich betätigen

Hennersdorf. In der vergangenen Woche hat Sozialministerin Christine Clauß 19 Sachsen für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Annen-Medaille geehrt. Einer von ihnen: Dieter Paul. Der Hennersdorfer, seit 1986 an den Rollstuhl gefesselt, ist seit dessen Gründung am 27. April 1991 Vorsitzender des Kreisverbandes des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter Flöha, der heute 57 Mitglieder zählt. Just an seinem Geburtstag erfuhr Paul von der bevorstehenden Ehrung. "Das war schon eine große Überraschung für mich", gesteht der 71-Jährige, zumal der Vorschlag vom BSK-Landesverband kam, mit dem er auch nicht immer einer Meinung war. Denn Dieter Paul ist im besten Sinne ein streitbarer Geist für die Belange von Körperbehinderten und damit manchmal auch ein bisschen unbequem. Neben der Beratung von Behinderten gehört zu seinen zahlreichen Aufgaben im Kreisverband des BSK unter anderem die Organisation jährlicher Urlaubsreisen und Ausflüge. Jüngstes Beispiel: Von Hennersdorf aus ging es mit einem Sonderzug den Erzgebirgsbahn mit mehreren Halten durch das Erzgebirge, auch auf sonst nicht befahrenen Strecken. "So viel Dank und Anerkennung wie nach dieser Fahrt bekam ich selten."

Die gab es natürlich auch zur Festveranstaltung im Gymnasium Dresden-Bühlau. Schüler hielten die Laudationen, nachdem sie sich vorher mit dem Wirken der Ausgezeichneten vertraut gemacht hatten. "Es war eine schöne Veranstaltung", so Dieter Paul. Aber wie der Rollstuhlfahrer dahin kam und wie er das finanzierte, war sein Problem. Nur ein Beleg mehr, wie viel noch zu tun bleibt bei der Sensibilisierung de Gesellschaft für die Belange von Behinderten.