Knapp 200 Gäste waren am Freitag in den Stadtsaal der Alten Baumwolle Flöha gekommen, um beim traditionellen Lichtmessempfang der Großen Kreisstadt dabei zu sein. Oberbürgermeister Volker Holuscha konnte unter anderem Landrat Sven Krüger, die Landtagsabgeordneten Susan Leithoff (CDU) und Romy Penz (AfD) sowie mehrere Amtskollegen begrüßen. Holuscha machte in seiner Rede zunächst klar, dass durch die allgemeine Lage Flöhas Weg durch das Jahr 2026 kein Spaziergang werden dürfte. Dennoch rief er auch zum Optimismus auf. „Unser Land, der Landkreis und unsere Stadt sind schöner und erfolgreicher, als es von manchen Miesmachern gemacht wird“. Er richtete das Wort aber auch an jeden einzelnen Einwohner. „Politik ist kein Pizzaservice, der für alle Bedürfnisse schnell zu liefern hat. Und unser Sozialstaat ist kein Selbsbedienungsladen, der keiner Gegenleistung bedarf“, hob das Stadtoberhaupt hervor.
Trio wird geehrt
Die Stadt Flöha hat den Lichtmessempfang auch wieder dazu genutzt, verdienstvolle Bürgerinnen und Bürger in das Ehrenbuch der Großen Kreisstadt einzutragen. In diesem Jahr wurden Helga Rauschenbach, Thomas Engel und Kurt Lange für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement geehrt
Drei Jahrzehnte im Stadtrat
Kurt Lange konnte allerdings wegen einer Erkrankung nicht bei der Zeremonie dabei sein. „Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel“, sagte der 71-Jährige auf Anfrage. Er saß mehr als drei Jahrzehnte im Stadtrat und führte dabei sehr viele Jahre die CDU-Fraktion an. „Uns ging es dabei unabhängig von Parteibüchern stets um die Sache“, betonte der ehemalige Kommunalpolitiker.
Sprung in die Bezirksliga
Er mischte seit Anfang der 1970-er Jahre bei den Handballern mit, verdiente sich zeitig sein Sporen als Übungsleiter und schaffte zu DDR-Zeiten mit der 1. Mannschaft den Sprung in die Bezirksliga. Kurt Lange war nach der Wende Mitinitiator bei der Gründung des VfB Flöha, agierte später als Hallensprecher und Moderator bei der Sportlerehrung. Er gilt auch als Mitbegründer des Adventszaubers und engagiert sich zudem vielfältig in der evangelischen Kirche.
Mehr als nur Physik
Thomas Engel ist vielen Einwohnerinnen und Einwohnern insbesondere als Lehrer bekannt. Seit 1992 arbeitet er an der Oberschule Flöha-Plaue. Der Pädagoge gibt sich aber nicht mit dem Unterricht in Mathematik, Physik, Informatik oder Astronomie zufrieden. Er steht seit fast 20 Jahren an der Spitze des Schulfördervereins. Unter seiner Führung entstanden zahlreiche Projekte, die das Schulleben reicher, bunter und lebendiger machen.
Minigolf-Chef entwickelt Eigeninitiative
Engel hat als langjähriger Chef der Abteilung Minigolf des TSV Flöha auch längst in der Sportstadt Flöha seine Spuren hinterlassen. „Unter seiner Leitung wurde das Minigolf zu einem lebendigen Treffpunkt – für Vereine, für Familien, für Menschen jeden Alters. Jährlich richtet die Abteilung Minigolf den ,Zwei-Flüsse-Cup‘ aus“, sagte Oberbürgermeister Volker Holuscha. Als 2022 die in die Jahre gekommene Minigolfanlage erneuert werden musste, ging Engel nicht mit Worten, sondern mit Taten voran. Weil externe Anbieter unerschwingliche Angebote machten, entwickelte er für den Neubau der 18 Bahnen Eigeninitiative. „Für mich als Nicht- Flöhaer ist es eine sehr große Anerkennung der Arbeit, die ich im Ehrenamt geleistet habe“, sagte Engel, der in Chemnitz wohnt.
Stadtgeschichte ist großes Thema
Helga Rauschenbach hat während ihrer knapp 30 -jährigen Arbeit in der Kinderbibliothek unzählige Schulklassen, vor allem auch Lernförderschülerinnen und -schüler, für das Lesen begeistert. Angesichts der zunehmenden Lese- und Rechtschreibschwächen unter Kindern und Jugendlichen kommt diesem Engagement eine enorme Bedeutung zu. Denn Vorlesen macht Kinder auf verschiedenen Ebenen stark und schlau. „Die Eintragung bedeutet mir sehr viel. Ich finde diese Würdigung gut“, sagte die Flöhaerin.
Kein Ruhestand
Jetzt ist sie zwar längst Rentnerin, aber keinesfalls im Ruhestand. Die ausgebildete Drogistin und Bibliotheksfacharbeiterin widmet sich zum Beispiel der Flöhaer Ortsgeschichte, die sie insbesondere per Bild festhält. „Frau Rauschenbach ist eine äußerst engagierte Bürgerin unserer Stadt, die sich durch ihren stets selbstlosen Einsatz bei der Aufarbeitung und Präsentation unserer Stadtgeschichte sowie beim Wecken von Leselust über verschiedene Generationen hinweg verdient gemacht hat“, erklärte Volker Holuscha.
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