Spaltung? Nicht mit diesem Freiberger Netzwerk

Vereinigung Loses Netzwerk hat sich in der Silberstadt gebildet

Freiberg. 

Freiberg. Die Ergebnisse der Wahlen Ende Mai haben zahlreiche Bürger aufgeschreckt, auch in Freiberg. Angst vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft machte sich breit und führte dazu, dass sich nun in der Silberstadt ein loses Netzwerk gebildet hat, dem es vor allem darauf ankommt, untereinander, aber auch mit andersdenkenden Bürgern ins Gespräch zu kommen. Zum Tag der offenen Gesellschaft am vergangenen Samstag gab es deutschlandweit 702 Tische, an denen miteinander diskutiert wurde. Einer davon stand auf dem Freiberger Schlossplatz und fand regen Zulauf. "Wir haben keine feste Agenda", betont Claudia Kallmeier, die bei der Entstehung des Netzwerkes mitwirkte. "Uns sitzt die Wahl im September im Nacken und wir wollen der momentanen Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken." Man grenze niemanden explizit aus, wird betont, doch gebe es klare Grundlagen.

Wahlprogramme beinhalten mehr als nur Migration

Zusammengefunden haben sich Organisationen, Vereine, Initiativen und Privatpersonen, denen es wichtiger ist, miteinander als übereinander zu reden. Man wolle friedlich und sachlich streiten, respektvoll miteinander umgehen, die Demokratie bewahren und die offene Gesellschaft erhalten. Den Wählern des rechtskonservativen Spektrums wolle man bewusst machen, dass es über die Migrationsfrage hinaus in den jeweiligen Parteiprogrammen noch sehr viel mehr Vorhaben gebe. "Und wir wollen fragen, ob man das dann auch will", so Kallmeier. Wichtig bei der Gründung des Netzwerkes sei es gewesen, etwas zu tun, statt schweigend zuzusehen.