Spielzeug von früher

Ausstellung Ein Besuch in der eigenen Kindheit

Eric Palitzsch macht nicht gerade den Eindruck eines hoffnungslosen Nostalgikers. 1973 in Rabenau geboren war er gerade einmal 16 Jahre alt, als die DDR aufhörte zu existieren. Gleichzeitig war das für ihn die Initialzündung zum Sammeln. Und zwar Spielzeug, welches im Land zwischen Ostsee und Erzgebirge hergestellt worden war. Etwa 400 Objekte sind zusammen gekommen. Einen nicht unbeträchtlichen Teil davon stellt er nun im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum aus. Am vergangenen Wochenende wurde die Sonderschau "Pittiplatsch & Co." eröffnet. Palitzsch geht es dabei um viel mehr, als nur das Ah! und Oh! aus den Erinnerungen hervorzuholen. "All diese Spielzeuge erzählen Geschichten", sagt er. Und vor allem will er einen Querschnitt der Kreativität und Qualität zeigen.

Schon zeitig, gleich 1949, liefen in verschiedenen Betrieben die Spielzeugproduktionen wieder an. "Es war eine Möglichkeit, die Menschen, vor allem Kinder, die schwere Zeit ein wenig vergessen zu lassen", so Palitzsch. Manches, wie die aus Blech bestehenden Vögel, überlebte bis heute. Die metallenen Tierchen werden immer noch hergestellt, allerdings lizenziert in Asien. Das Spielzeug ist auch ein Spiegel der Entwicklung. Spätestens an der Vitrine mit den Weltraumfahrzeugen wird das klar. An einer anderen Stelle zeigt die Ausstellung, was vor allem für den Export hergestellt wurde. Piko-Waren finden sich auch in den Quelle-Katalogen der 1970er Jahre.

Eric Palitzsch möchte auf Details aufmerksam machen, weshalb so mancher Beipackzettel mit den Anweisungen für das richtige Verwenden des Spielzeugs lesbar ausgestellt wird. Direkt in Kontakt mit der Materie kann man am kommenden Sonntag, den 6. Dezember kommen. Von 11 bis 17 Uhr lädt Palitzsch die Besucher zu einem "Funktionstest" ein.