Sprengung lockt zahlreiche Besucher an

Bauassnahme "Erdmannsdorfer Esse" wurde am Samstag zu Fall gebracht

Foto: Maik Bohn

Erdmannsdorf. Wochen vergingen, die alten Gemäuer wurden abgetragen und das Areal der alten Baumwollspinnerei von Bauschutt befreit, nur das Hauptgebäude blieb stehen. Auch die rund 57 Meter hohe Esse stand noch und wurde am Samstag um 11 Uhr gesprengt.

Vorbereitungen dauerten Tage an

Schon Tage vorher wurde die heikle Mission vorbereitet, denn Wohnhäuser, das ehemalige Hauptgebäude und die Bundesstraße befinden sich in unmittelbarer Nähe. Zwei Sprengmeister hatten somit alle Hände voll zu tun und mussten sehr präzise arbeiten. Ein großes Team, bestehend aus mehreren Firmen, den Ortsfeuerwehren und der Polizei, sicherte den Vorgang ab.

Damit der Schornstein weich und sicher fallen konnte, wurde ein "Fallbett" angelegt. In die Esse selbst wurden Löcher gebohrt, in die drei Kilo Sprengstoff eingebracht worden sind. Zusätzlich bekam der Koloss im Sprengbereich noch eine Dämmmatte angelegt, um den Geräuschpegel zu minimieren und die Streuung der Ziegel zu verhindern.

Kurzer Schreck mit gutem Ende

Auch viele Schaulustige waren vor Ort, die ersten Besucher kamen bereits um 8 Uhr, um sich die beste Sicht auf das Spektakel zu sichern. Als Sprengmeister Michael Schneider die Sprengung ankündigte, wurde es schlagartig ruhig. Es gab ein Signal und es wurde heruntergezählt, bis der Sprengstoff detonierte. Nach sechs Sekunden war die Esse zu Fall gebracht worden.

 

Währenddessen gab es einen kurzen Schreck, denn das obere Drittel des Schornsteins brach ungeplant ab. Dadurch kam die Spitze leicht vom berechneten Weg ab. Als klar wurde, dass nichts zu Schaden kam, gab es einen tosenden Beifall seitens des Publikums. Die Straße wurde daraufhin schnell vom Geröll befreit und konnte wieder freigegeben werden. Manch Zuschauer nahm sich noch ein kleines Souvenir mit: einen Brocken des Schornsteins.