Stätte atmet Geschichte

Vorgestellt Mittweidaer Verein "1865" belebt die 150-jährige Hochschulhistorie

Der einzige Unterschied zu einem gemütlichen Wohnzimmer von damals ist, dass hier mehr Tische drin stehen. So umschreibt Stefanie Walter, die stellvertretende Vorsitzende des Vereines "1865", das einladende Ambiente in der Anfang Oktober eröffneten Begegnungsstätte gleichen Namens. Aus Anlass des 150. Geburtstages des ehemaligen Technikums von Mittweida - der heutigen Hochschule - wurde in der ehemaligen Gaststätte "Black & White", Rochlitzer Straße 68, ein Treff eingerichtet und zum Techniker-Bummel der Hochschule am 7. Oktober, bei dem es ja in Strömen regnete, eingeweiht.

"Wir wollen hier eine Möglichkeit schaffen, dass die Bürgerinnen und Bürger von Mittweida mit Studenten ins Gespräch kommen", so Alt-Rektor Professor Lothar Otto zum Anliegen dieser Begegnungsstätte. Und der geschichtliche Hintergrund zeigt, dass kaum ein Gebäude Mittweidas dafür so gut geeignet ist wie dieses. "Das war früher nicht nur das Wohnhaus von Direktor Wilhelm Heinrich Uhland (1840 bis 1907), sondern auch das erste Studenteninternat", so Walter.

Eingerichtet ist der vorläufig täglich ab 19 Uhr geöffnete Treff mit vielen historischen Utensilien, die auf die vergangenen 150 Jahre eingehen. Das Mobiliar - wie Couch und Standuhr - wurde auf Möbelbörsen und Flohmärkten erstanden, und die Accessoires stammen zu einem Großteil aus dem Hochschularchiv, dessen Leiterin Dr. Marion Stascheit dem Verein auch angehört.

Der Treffpunkt sieht sich nicht als Konkurrent zu den etablierten Gaststätten, sondern will mit ihnen zusammen arbeiten. Neben Getränken sind im "1865" deshalb auch Speisen erhältlich, die - je nach Gericht - in anderen Lokalen der Stadt zubereitet und dann angeliefert werden. Das "1865"-Personal besteht derzeit aus zwei Mittweidaern sowie einem Student.