Stadt zieht sich zurück

Schloss-Streit Waldenburg lehnt Vertragsangebot ab

Diese Entscheidung ist Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) und den Stadträten ganz schwer gefallen: Die Stadt zieht sich zum Ende des Jahres aus dem Schloss in Waldenburg zurück. Damit bekommen auch die Mitarbeiter des Tourismusamtes einen neuen Arbeitsplatz, sie ziehen vorübergehend in Büros am Markt und später in das Museum.

Damit erreicht die Auseinandersetzung zwischen der Stadt und der Tourismus- und Sportgesellschaft des Landkreises - sie kümmert sich ab Anfang 2016 um die Vermarktung des Schlosses einen neuen Höhepunkt. Der Stadtrat lehnte einen vorgeschlagenen Dienstleistungsvertrag ab, weil es Streit um die Öffnungszeiten und die Verantwortung für die Kasse gibt. "Die Kosten wären für uns mindestens 35.000 Euro höher gewesen als bisher", sagt Pohlers zu den Auswirkungen des vorgeschlagenen Dienstleistungsvertrages. Die vorgelegte Vereinbarung ist auch deshalb unverständlich, weil die Stadt in den vergangenen Jahren viel Kraft und Nerven in die Sanierung der Landkreis-Immobilie gesteckt hat. Zudem wurden mit Unterstützung des Tourismusamtes viele Großveranstaltungen - dazu gehören allen voran die Schloss-Weihnacht und die Nacht der Schlösser - auf die Beine gestellt. "Wir haben mit großem Bedauern die Kündigung durch die Stadt zum 31. Dezember 2015 bestätigt", sagt Landkreis-Sprecherin Ilona Schilk. Jürgen Ehrig, Geschäftsführer der Tourismus und Sportgesellschaft, wünscht sich weiter eine vertragliche Zusammenarbeit mit der Stadt als effektivste Lösung zur Bündelung aller touristischen Aktivitäten und der Belebung des Schlossbetriebes. "Konkreten Vorschlägen unsererseits, welche im Wesentlichen das bisher mit dem Landkreis Vereinbarte umfassen, steht der Bürgermeister leider ablehnend gegenüber", ärgert sich Jürgen Ehrig. Offen ist, ab wann und mit welchem Personal er im neuen Jahr die Schlossführungen anbieten kann. Sie wurden bisher vom Tourismusamt durchgeführt.