Stadtoberhaupt kritisiert Trauermarsch

Krankenhausschließung "Inszenierte Beerdigung war nicht zielführend"

Der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) kritisierte in einer schriftlichen Stellungnahme den veranstalteten Trauermarsch anlässlich der Einstellung des Krankenhausbetriebes in der Großen Kreisstadt. "Die inszenierte Beerdigung finde ich, bei allem Verständnis für die Mitarbeiter des Krankenhauses Rochlitz, nicht zielführend und erschwerend für weitere Verhandlungen zum Standort", erklärte Dehne in der Pressemitteilung.

Teile des Betriebsrates des Krankenhauses planten neben einer Traueranzeige in der Presse auch einen Trauermarsch mit Sarg durch die Stadt zu organisieren. Oberbürgermeister Frank Dehne sollte vor Teilnehmern der Trauerfeier die dazugehörige Trauerrede halten. Vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen über eine Nachnutzung des Krankenhauses mit dem Mittweidaer Oberbürgermeister Ralf Schreiber und dem Landrat Matthias Damm (beide CDU), lehnte das Rochlitzer Stadtoberhaupt das Halten der Trauerrede ab. Nach internen Informationen entschied man sich im Betriebsrat doch für eine reduzierte Trauerveranstaltung ohne Sarg am 18.12. Die Trauerrede hielt der ehemalige Bürgermeister Joachim Knappe. Ein Teil der Belegschaft wollte mit der Demonstration den Blick nur auf die Vergangenheit lenken und "kein starkes Zeichen für die Zukunft des Standortes senden", so Dehne weiter.

Für den 42-Jährigen hat der Standort in Rochlitz weiterhin eine Perspektive. Einige Überlegungen zielen darauf ab, eine Poliklinik mit Facharztzentrum einrichten zu wollen. Um das Haus weiter auszulasten, wären laut Oberbürgermeister auch eine psychiatrische Tagesklinik sowie eine Wohngruppe für Demenzkranke vorstellbar. Das Ziel von Dehne und Schreiber sei es, dass in beiden Orten das LMK zukünftig präsent ist. "Befremdlich fand ich auch Äußerungen von Demonstrationsteilnehmern, das Krankenhaus Mittweida in Zukunft zu meiden", kritisierte Dehne, da man auch hier falsche Signale aussende.