Mit Beginn des offiziellen Verkaufsstarts für Silvesterfeuerwerk herrschte am Montag auf dem Parkplatz des Lidl-Marktes in Mittweida reger Betrieb. Bereits kurz nach Ladenöffnung füllten die ersten Käufer ihre Kofferräume mit Böllern, Raketen und Batteriefeuerwerk. Mehrere Kunden setzten dabei auf große Batterien für private Feiern, andere griffen überwiegend zu kleineren Artikeln wie Wunderkerzen und Knallern. Im Markt wurde das Sortiment genau begutachtet, viele Artikel waren bereits schnell vergriffen. Händler rechnen damit, dass die Nachfrage in den kommenden Tagen weiter anziehen wird - pünktlich zum Jahreswechsel, zu dem vielerorts wieder traditionell mit Pyrotechnik gefeiert werden soll. Wir haben mit einigen Kunden gesprochen:
Mario Köhler, 43 Jahre aus Mittweida
"Ich kaufe jedes Jahr zu Silvester Feuerwerk, das gehört für mich einfach dazu. Ich habe zwar keine Kinder, aber das spielt keine Rolle, denn diese Tradition begleitet mich schon seit meiner Kindheit - meine Eltern haben das immer gemacht, und das hat sich bis heute gehalten. Ich gebe dafür zwischen 50 und 100 Euro aus, das merkt man natürlich im Geldbeutel, aber in dem Monat wird dafür etwas zurückgelegt, damit es passt. Für mich ist das ein fester Bestandteil des Jahreswechsels und ich freue mich jedes Mal darauf. Zu den Verbotszonen in Großstädten habe ich eine klare Meinung: In Ballungsgebieten halte ich es für richtig, wenn es dort verboten wird, weil es da jedes Jahr zu Problemen kommt - zu viel Gedränge, zu viele Unfälle, zu viel Risiko. Aber in kleineren Städten wie hier sehe ich das anders, da ist das aus meiner Sicht unnötig, denn hier passiert in der Regel nichts Größeres. Für mich bleibt Feuerwerk ein Stück Tradition, das man sich bewahren sollte, solange man vernünftig damit umgeht und es dort zündet, wo es niemanden gefährdet."
Hans Tuscherer, 25 Jahre aus Mittweida
"Für mich gehört Feuerwerk einfach zu Silvester dazu - auf jeden Fall. Ich bin schon immer ein Feuerwerks-Fan, eigentlich, seitdem ich klein bin. Das kommt auch ein Stück weit von meinen Eltern. Zu Halloween hat es bei mir mit Jugendfeuerwerk angefangen, und seitdem ist die Begeisterung nie weggegangen. Ich werde das, solange es geht, immer weiter genießen. Heute früh war ich direkt zum Ladenstart am Lidl, die haben sogar eine halbe Stunde eher geöffnet wegen des Feuerwerks. Ich war schon um halb sieben dort und da waren bereits hunderte Leute da - richtig viel los, alle voller Vorfreude. Natürlich höre ich die Diskussionen über die Umwelt jedes Jahr wieder. Aber ich finde, ein einziger Tag im Jahr ist verkraftbar. Wenn man sonst auf seinen CO₂-Fußabdruck achtet und bewusst lebt, dann darf man sich das einmal im Jahr auch gönnen. Für mich ist die Freude, die Tradition und der ganze Moment es einfach wert."
Udo Schubert mit Sohn Lennox, 14
"Eigentlich wären wir über den Jahreswechsel gar nicht hier, denn wir wollten mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren. Aber durch die aktuelle Witterung und ein paar Krankheitsfälle hat das leider nicht geklappt - also haben wir das Beste aus der Situation gemacht. Mit Feuerwerk hatten wir früher in der Jugend selbst viel zu tun. Trotzdem sind wir heute, weil wir einen Hund haben, grundsätzlich eher gegen Feuerwerk, zumindest direkt vor der Haustür. Wir wollen die Tiere nicht erschrecken und achten deshalb darauf, dass wir, wenn wir überhaupt etwas zünden, weit weg von Wohngebieten und Tieren sind. Die Jugend aber - und das verstehe ich - wünscht sich diesen Moment, diese Tradition, diese Neugier. Und bevor die Jugendlichen illegalen Blödsinn machen, besorgen wir ein kleines, erschwingliches Set und machen es kontrolliert und sicher. Wir möchten Lennox schrittweise heranführen: Er soll selbst erleben, wie das ist, soll ausprobieren dürfen, aber gleichzeitig verstehen, dass vieles davon eigentlich Unsinn ist und man Verantwortung tragen muss - für sich, für andere und für die Umwelt. Wenn er das versteht, dann hat er den Kern begriffen. Dieses Jahr begleiten wir ihn dabei, nächstes Jahr, denke ich, verkaufen wir den Rest vielleicht schon - denn dann wird er wissen, was dahintersteckt und warum man es nicht übertreiben sollte."
Tim Teichert, 23 Jahre aus Mittweida
"Für mich gehört Feuerwerk zu Silvester einfach dazu. Ich habe mir heute ein paar Fontänen und Bodenfeuerwerk geholt, die steckt man in den Boden und dann gehen sie wie kleine Fontänen hoch - Raketen und anderes Feuerwerk habe ich zu Hause. Da ist auch schon einiges, das sammelt sich über die Jahre. Für mich ist das eine Tradition, die ich aus meiner Kindheit kenne und die möchte ich nicht missen. Ich sehe die Diskussionen über zentrale Feuerwerke und Verbotszonen ja auch, und ich verstehe, dass die Ballerei nicht gut für die Tiere ist und dass man Rücksicht nehmen muss. Aber trotzdem: Feuerwerk war schon immer ein Teil des Jahreswechsels, und man fühlt sich einfach verbunden mit dem, was man von früher kennt. Es ist ein Stück Tradition, ein Gefühl, das dazugehört - und solange man vernünftig damit umgeht, möchte ich mir das nicht nehmen lassen.
Nancy Frohne und Manfred Schürdt aus Mittweida
"Für uns gehört Feuerwerk zu Silvester einfach dazu, vor allem für die Kinder. Wir haben fünf Kinder, und die freuen sich jedes Jahr darauf. Die knallen auch schon selbst, aber natürlich machen wir das gemeinsam, damit nichts passiert. Dieses Jahr habe ich 60 Euro ausgegeben, das reicht. Wir achten darauf, was preisgünstig ist und was schön aussieht, denn es geht nicht nur um Krach, sondern darum, dass alle etwas davon haben, weil es bunt ist, weil es leuchtet, weil es schön aussieht. Von Polenböllern halte ich nichts, das ist mir zu gefährlich, ich habe Kinder, ich mag meine Hände und mein Leben, deswegen kommt so etwas nicht infrage. Und zu denen, die sagen, man soll gar nicht mehr knallen oder nur noch zentrale Feuerwerke machen, sage ich: Dann müssten auch Autos stehen bleiben, ganz ehrlich. Ich verstehe das schon, was die Tiere betrifft: Die haben Angst, und ich habe selbst ein Tier, das hat auch Angst vor den Knallern, aber dann bringen wir es dorthin, wo es das nicht so mitbekommt, und in der Stadt zünden wir nichts, wo Tiere unterwegs sind. Wir machen das rücksichtsvoll, aber wir lassen uns die Tradition nicht komplett nehmen, denn wir machen das für die Kinder, weil sie sich freuen, und am Ende, ja, am Ende soll jeder etwas davon haben."
Ronald Hertwig, 46 Jahre aus Mittweida
"Ich habe gerade bei Lidl für ungefähr 60 Euro Feuerwerk gekauft. Das ist zwar schon ein kleiner Betrag, aber das muss einfach mit abfallen, da spare ich jetzt nicht monatelang drauf - Silvester ohne Feuerwerk fühlt sich für mich nicht richtig an. Ich mache das für mich und für mein Kind. Wir haben eine Tochter, und wir knallen gemeinsam, aber sie darf nur zusehen, weil sie bisher nicht alt genug ist, um selbst etwas zu zünden. Trotzdem freut sie sich. Sie ist dabei und das gemeinsame Erlebnis zählt. Bei mir kommen Raketen und Fontänen in den Wagen, aber Böller kaufe ich nicht, weil es schön aussehen soll und nicht nur laut sein muss. Von Polenböllern halte ich überhaupt nichts, ich habe einen Hund zu Hause, und gerade diese Dinger sind extrem laut, das verträgt mein Hund gar nicht, das mag er nicht, und deswegen gibt es bei mir keine Böller, sondern nur das, was schön aussieht und Freude macht. Was Böllerverbotszonen in Großstädten angeht: Halte ich nicht viel davon. Wer will das kontrollieren? Wer soll das umsetzen? Aus meiner Sicht ist das nicht praktikabel, denn diejenigen, die böllern wollen, machen es ohnehin - wenn nicht in der Innenstadt, dann eben außerhalb. Noch mehr Regeln bringen da nichts. Für mich zählt, dass man vernünftig mit Feuerwerk umgeht, Rücksicht nimmt und es so macht, dass alle damit leben können."
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