Stationäres Hospiz vor der Eröffnung

Sanierung Stadt Oederan unterstützt Verein wie zahlreiche Firmen und Privatpersonen

Es ist jetzt gut fünf Jahre her, als eine junge Frau im Rollkragenpullover vor dem Publikum stand und ihre Idee verkündete: Wir wollen ein stationäres Hospiz errichten. Petra Kröner, Vorsitzende des 2006 gegründeten Hospiz- und Palliativvereins "Begleitende Hände", war in Oederan, Eppendorf und anderswo unterwegs und stieß allerorten auf offene Ohren, wie das Interesse des Publikums bewies. Sie beeindruckte die Zuhörer mit genauen Vorstellungen, wobei es nicht nur um die Einrichtung und Ausstattung des Hauses ging, sondern in erster Linie um den sterbenden Menschen.

Auch ein geeignetes Objekt war bald gefunden: die ehemalige Schustervilla in Oederan. Von der Idee bis zum Baubeginn war jedoch ein steiniger Weg. Damals war von der Eröffnung im Jahr 2009 die Rede - erst am 17. August 2010 war schließlich der offizielle Baubeginn für das stationäre Hospiz. Während die Stadt Oederan das Vorhaben nicht nur mit Worten befürwortete, blieb die Unterstützung von anderer Seite aus. So wartete man lange vergeblich auf Fördermittel vom Freistaat.

Dann fand sich erneut mithilfe der Stadt die Lösung: Der Um- und Ausbau der denkmalgeschützten Villa musste nicht mehr vom Verein bewältigt werden, sondern wurde von der Stadtbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft Oederan mbH realisiert. Der Hospiz- und Palliativverein "Begleitende Hände" wird das Haus betreiben und darin todkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase betreuen. Schließlich kamen nach dem Baustart doch noch Fördermittel in Höhe von 650.000 Euro aus dem Fördertopf Stadtumbau Ost. Die ursprünglich geplanten Kosten von 1,5 Millionen Euro waren aus verschiedenen Gründen nicht zu halten, wenigstens 1,8 Millionen wird die umfassende Sanierung nun kosten.

Allein für die Einrichtung des Hauses werden noch einmal 60.000 Euro gebraucht. Petra Kröner freut sich daher über jede Spende, wie die der Leser der Freien Presse, und die Unterstützung durch Firmen und weitere Sponsoren. Aber natürlich ist sie jener Freiberger Familie und deren Verwandten in den USA besonders dankbar, die allein 100.000 Euro spendeten. Das Hospiz wird deshalb den Namen "Ellen Gorlow" tragen, den Namen der jungen Frau, die diese Familie so früh verlor.