Sternstunde des Modellbaus

Fingerfertigkeit Limbacher lässt Bahnhof wieder "auferstehen"

Der Limbacher Bahnhof ist seit vielen Jahren ein trauriger Anblick. Seit vor 15 Jahren der letzte Zug abgefahren ist, verfiel die Anlage immer mehr. Nicht nur für Eisenbahnfans war es trotzdem ein Schock, als im Sommer der Mittelteil des Hauptgebäudes und seitliche Anbauten abgerissen worden waren. Wer sich erinnern oder aber erstmals darüber informieren will, welches Schmuckstück der Gebäudekomplex einst gewesen ist, kann dies aktuell im Esche-Museum tun. Bei der Sonderausstellung "Sternstunden der DDR-Modelleisenbahn" ist ein Nachbau im Maßstab 1 zu 87 zu sehen, der die 50er Jahre wieder aufleben lässt. Da es die heutige Bahnhofstraße in der Art noch nicht gab, sind sogar noch die Gleise der alten Strecke nach Wüstenbrand zu sehen, die vor dem Bau verliefen. "Für mein Modell konnte ich auf originale Pläne des Bahnhofs aus verschiedenen Epochen zurückgreifen, die mir Jürgen Frischmann vom Modellbahnclub geliehen hat", informierte Gert Sommer. "Es war eine große Freude für mich, dass ich diesen Auftrag für die Museums-Sonderschau bekommen habe - die vielen Details waren aber auch eine echte Herausforderung." Sommer hatte im August begonnen, die Zeichnungen in den Computer einzulesen und auf den entsprechenden Maßstab umzustellen. Zudem war er mehrfach vor Ort um Fenster oder Farben abzulichten. "Die größte Herausforderung war es, die Bauteile stimmig aneinanderzureihen", betonte der Modellbauer. "Vor allem die Bahnsteighalle mit dem Empfang haben mich gefordert." Langfristig hofft Sommer, dass sein Modell in einer Dauerausstellung einen würdigen Platz bekommt. Wolfgang Ziemert, der die aktuelle Museumsschau initiiert hat, ist bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach entsprechenden Räumlichkeiten in der Stadt.