"Stille Bürger sind schlechte Bürger"

Ehrenamt Oederan ehrt verdienstvolle Bürger mit Eintrag in das Goldene Buch der Stadt

Bürgermeister Steffen Schneider hatte tief in der Geschichte gekramt und war unter anderem bei Perikles rund 450 Jahre vor Christus fündig geworden. Der schrieb: "Wer an den Dingen seiner Gemeinde keinen Anteil nimmt ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger." In diesem Sinne saßen nur "gute" Bürger am Samstagabend im Bürgersaal, wo zum vierten Mal das Ehrenamt gewürdigt wurde. Steffen Schneider führte eine Vielzahl von Beispielen ehrenamtlichen Engagements in den elf Ortsteilen auf. Drei besonders aktive Einwohner wurden mit dem Ehrenamtspreis und der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt geehrt.

Walfried Schulze ist seit 1963 Leiter der Schnitzgruppe Gahlenz und seit vielen Jahren ebenso der Kinderschnitzgruppe. Die Pyramiden am "Platz der Liebe" und die Wegweiser im Ort sind ein deutliches Zeichen des Wirkens der Gruppe, die zudem bei Veranstaltungen im Dorfmuseum aktiv ist. Laudator Torsten Lange beschrieb Schulze treffend als den warmherzigen und bescheidenen Mann, der er ist.

Fritz Nothnagel hat als Gründungsmitglied, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Stadtmarketingvereins Hervorragendes geleistet. Sein größtes Verdienst aber, so Marco Metzler, sei die ehrenamtliche Organisation des Aufbaus und Betriebs der Oederaner Eisbahn.

Hans-Joachim Beer ist in diesem Jahr vor allem als Cheforganisator des Vereins- und Heimatfestes in Breitenau in Erscheinung getreten. Ein perfekt organisiertes Fest, das weit über Oederan hinaus gewirkt habe, so Steffen Schneider. Der Bürgermeister würdigte gleichermaßen Beers Wirken als Gemeinderat und Ortsvorsteher sowie in mehreren Vereinen. "Hans ist ein streitbarer Geist, aber kompromissbereit. Und als Ortsvorsteher ist er ein Problemlöser, ein Vermittler, ein Mädchen für alles."