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Stolpersteine gegen das Vergessen in Brand-Erbisdorf

Aktion Kunstprojekt mahnt die Nachgeborenen

Brand-Erbisdorf. 

Brand-Erbisdorf. Seit 25 Jahren verlegt der Künstler Gunter Demnig die sogenannten Stolpersteine in Deutschland. Steinerne Quader, die an ihrer Oberfläche eine goldglänzende Platte haben, auf der Namen stehen von Menschen, die während der Nazi-Diktatur gewaltsam zu Tode kamen, nur weil sie jüdischen Glaubens waren, geistig und körperlich krank oder aus anderen Gründen nicht in das festgestanzte Bild der Machthaber passten. Vor ihren einstigen Wohnstätten finden sich diese Steine nun immer mehr wieder, erinnern an die Menschen hinter den Namen und Ziffern, mahnen heutige Generationen, dass sich derartiges nie wieder ereignen möge. Am Dienstag dieser Woche war Gunter Demnig in Brand-Erbisdorf, um dort am Haus Kohlenstraße 23 einen Stein einzubetten, der an Lina Heinrich erinnert, die dort wohnte. Geboren wurde sie im Jahr 1871. Wegen "Altersschwachsinns", wie es hieß, wurde sie in das Verpflegeheim Hilbersdorf eingewiesen, am 27. Februar 1942 nach Pirna-Sonnenstein verbracht, um dort noch an diesem Tag ermordet zu werden. Demnig hatte noch einen zweiten Stein mit dabei, doch diesen setzte er nicht in den Boden, denn für Emma Franke, Jahrgang 1875, ist nicht bekannt, wo genau sie in Brand-Erbisdorf lebte. Man weiß lediglich, dass sie im Mai 1941 das gleiche Schicksal erlitt wie Lina Heinrich. "Es ist sicherlich eine wichtige Aufgabe für die Forschung in den Archiven, den Wohnort von Emma Franke zu finden", sagte Brand-Erbisdorfs Oberbürgermeister Martin Antonow, der den Stein von Gunter Demnig entgegennahm. "Er wird bestimmt einen würdigen Platz finden", versprach er. Zur feierlichen Stolperstein-Verlegung waren Mitglieder des Stadtrates, der Initiative für Demokratie Mittelsachsen sowie die Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann erschienen.