Studenten mit der Historie vertraut machen

Projekt Industriegeschichte von Mittweida wurde durch Recherchen aufbereitet

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Schau zur Mittweidaer Industriegeschichte im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit. Foto: Uwe Schönberner

Mittweida. Die Große Kreis- und Hochschulstadt ist ein beliebter Studienstandort, wie die permanent hohe Zahl der hier Studierenden verrät. "Aber nur die wenigsten der Studentinnen und Studenten wissen, welch ungeheure Industriegeschichte die Kleinstadt bis zur politischen Wende 1989/90 einmal geschrieben hat", bedauert Geschichtsexperte Heiko Weber. Weber muss es wissen, denn er war nicht nur 17 Jahre Leiter des Stadtmuseums, sondern er ist heute ehrenamtlicher Denkmalschützer und Leiter des Projektes "Industriegeschichte der Region".

Nicht viel deutet mehr auf die Industrie hin

Dieses Projekt wurde bereits 1995 vom Verein Bildungsakademie Mittweida der Hochschule ins Leben gerufen und hat sich dem Bewahren und Aufarbeiten der Industriegeschichte insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts der Zschopaustadt und der Umgebung verschrieben. Im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit in der Bahnhofstraße 15 erfahren Interessierte in einer sehenswerten Ausstellung auf 26 Tafeln, die jeweils einen ehemaligen Industriebetrieb in Wort und Bild näher vorstellen, so manches über die industrielle Vergangenheit der Zschopaustadt.

Weber bedauert vor allem, dass kaum noch etwas an eine Industriestadt erinnert: "Dort befinden sich heute Einkaufstempel, wie beispielsweise am Fuße der Schillerstraße oder am Kreisverkehr am Eingang zum Stadtzentrum an der Weberstraße". Hier waren früher die Standorte der Unternehmen Winkler & Söhne beziehungsweise der Wäscheunion.

Vor allem die Textilbranche und der Maschinenbau prägten einst das Stadtbild Mittweidas. Das Gros der Bevölkerung arbeitete damals in diesen Betrieben. Weitere Beispiele: die ehemalige Baumwollspinnerei an der Zschopau oder der Behälterbau. Seit 2013 wurde die hier präsentierte Wanderausstellung bereits in zahlreichen Mittweidaer Firmen und Einrichtungen gezeigt. Die Sonderschau kann von Montag bis Freitag, jeweils von 7 bis 20 Uhr sowie samstags von 7 bis 18 Uhr betrachtet werden. Der Eintritt ist frei.