Tag der Archive: Herderhaus in Freiberg öffnet Türen zur Geschichte

Führungen und Vorträge im Freiberger Stadtarchiv gaben Besuchern Einblicke in die Stadtgeschichte

Freiberg

Zum deutschlandweiten 13. Tag der Archive öffnete am 7. März das Freiberger Herderhaus seine Türen für zahlreiche interessierte Besucher und bot einen ebenso informativen wie eindrucksvollen Einblick in die Arbeit des Stadtarchivs. Im Mittelpunkt stand das Thema „Alte Heimat neue Heimat“. Freiberg nimmt dabei die Jahre um 1945 in den Blick und fragt, wie sich Flucht und Vertreibung in der Stadt niederschlugen und welche Spuren bis heute geblieben sind.

Zahlreiche Führungen

Bereits um 10 Uhr begrüßten Bürgermeister Martin Seltmann und Freibergs Stadtarchivarin Frau Dr. Ines Lorenz, die Gäste. Im Stundenrhythmus folgten Führungen, die anschaulich die Geschichte, die Aufgaben und die Zukunft dieses besonderen Ortes vermittelten.

Ein Haus mit Geschichte und Zukunft

Deutlich wurde dabei, mit wie viel Sorgfalt und Engagement das Stadtarchiv in den vergangenen Jahren zu einem modernen Haus des Erinnerns, Forschens und Lernens entwickelt worden ist. Die Bestände aus Rathaus, Außenstellen und Bibliothek wurden in einem aufwändigen Prozess zusammengeführt und im Herderhaus an einem zentralen Ort bewahrt. Heute steht das Archiv allen offen. Der Lesesaal ist frei zugänglich und bietet ideale Bedingungen für wissenschaftliche Arbeit ebenso wie für heimatgeschichtliches Interesse.

Archivarbeit mehr als nur Bewahren alter Akten

Besonders beeindruckend war die Verbindung von Geschichte und Gegenwart. Das Herderhaus erzählt nicht nur von seiner eigenen wechselvollen Vergangenheit als Wohnhaus, Schule und heutigem Archivstandort. Es zeigt auch, wie sich Archive verändern. Neben Urkunden, Handschriften, Zeitungen und Mikrofilmen rücken zunehmend digitale Unterlagen in den Fokus. So wurde spürbar, dass Archivarbeit weit mehr ist als das Bewahren alter Akten. Sie ist eine lebendige Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Ort der Bildung und Begegnung

Auch der Lesesaal erwies sich als mehr als ein Raum für Forschung. Mit seiner durchdachten Ausstattung und seiner Offenheit ist das Archiv auf dem Weg, sich noch stärker als außerschulischer Lernort zu etablieren. Schulklassen, Lehrkräfte, Forschende und historisch Interessierte finden hier gute Voraussetzungen, um Freibergs Geschichte unmittelbar zu begegnen.

Bewegende Einblicke in Lebenswege nach 1945

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Vortrag um 15 Uhr über die Erfahrungen der Flüchtlinge, die nach 1945 nach Freiberg kamen. Ergänzt durch Zeitzeugenberichte gewann das Thema eine besondere Tiefe und persönliche Nähe.

Offener Ort für Bildung, Erinnerung und Begegnung

So wurde der Tag der Archive im Freiberger Herderhaus zu einer gelungenen Einladung, Stadtgeschichte neu zu entdecken und das Archiv als offenen Ort für Bildung, Erinnerung und Begegnung zu erleben.

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