"Tango Piazolla" in Freiberg

Programm Mittelsächsisches Theater hat Antike und Tango im Angebot

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Am Dienstag nach Ostern lockt "Tango Piazzola" ins Mittelsächsische Theater Freiberg. Foto: H. König/Mittelsächsisches Theater

Freiberg. Was kann man schöneres verschenken als ein gutes Stück Kultur? Wer für Ostern entweder ein kleines Geschenk sucht oder aber eine Idee für einen gelungenen Abend, für den hat das Mittelsächsische Theater in Freiberg etwas im Angebot. Dabei kann man es sich durchaus aussuchen, ob man tief eintauchen möchte in antike Mythologie oder im Rhythmus des Tango schwelgen will.

Mit "Philoktet" wird am Samstag, den 15. April um 19.30 Uhr ein wichtiges Werk des aus Eppendorf stammenden Dramatikers Heiner Müller erstmals auf die Freiberger Bühne gebracht. Der 1929 in Sachsen geborenen Autor und Theatermann von Weltrang eröffnet damit das "Antike-Projekt" des Schauspielensembles.

Davon handelt das Stück

Seit zehn Jahren wütet der Trojanische Krieg, Tausende von Opfern auf beiden Seiten, als Odysseus auf der Insel Lemnos den dort seit zehn Jahren isolierten Philoktet zurück in den Krieg holen will. Neoptolemos, der Sohn Achills, soll sein Instrument sein in diesem Spiel um den Sieg vor Troja. In einem aus der Antike auftauchenden und beinahe grotesken Denk-Spiel-Raum wechseln die Themen blitzschnell: Isolation, Fremdheit, Gewissen, Wahrheit, Politik als Manöver der Täuschung.

Weiter gehts mit Tango

Nur wenige Tage später erwartet das Publikum ein Kontrastprogramm. Am Dienstag, den 18. April um 14.30 Uhr gibt es mit "Tango Piazolla" ein Ballettgastspiel der Sächsischen Landesbühnen. Der Tango als "Musik der Sehnsucht" entstand um 1880 in den Hafenvierteln von Buenos Aires, wo Musiker in den zahlreichen Bordellen für Unterhaltung sorgten. Von hier aus verbreitete sich der Tango Argentino über die Welt.

Einen weiteren Popularitätsschub erfuhr der Tango durch den genialen Komponisten und Bandoneonspieler Astor Piazzolla, der den traditionellen Tango um Elemente der klassischen Moderne und des Jazz erweiterte. Diese Kunstform des Tango Nuevo ist es, die Carlos Matos zu einer Choreografie "der zerbrochenen Träume" inspiriert hat: Junge Menschen auf der Suche nach Glück und Orientierung in einer zunehmend orientierungslosen Welt begegnen der leidenschaftlichen Musik Astor Piazzollas.