Tausende Sternstunden in 50 Jahren

Jubiläum Kindertagesstätte "Sonnenblume" feiert

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Mit einem kleinen Programm feiern die Bewohner der Kita "Sonnenblume" gemeinsam mit ihren Gästen das Jubiläum. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Wenn eine Einrichtung wie die Kindertagesstätte "Sonnenblume" fünfzig Jahre alt wird, dann, so Leiterin Andrea Wacker, sind das 100.000 Situationen, die es gab, vom traurigen Weinen bis zur höchsten Glückseligkeit, vom herzhaften Lachen bis zum Naseschnäuzen. Und es sind tausende von Sternstunden, die alle gemeinsam erleben durften.

"Einfach ein Grund zum Feiern", freute sich Wacker am Dienstag dieser Woche, als die offiziellen Festlichkeiten in dem Haus an der Karl-Günzel-Straße in Freiberg begannen. Andrea Wacker weiß dabei genau, wovon sie spricht, denn die heutige Chefin war eines der Kinder, die damals, am 5. Februar 1967, in die erste Gruppe gingen. Eingeweiht wurde der Kindergarten noch unter dem Namen "8. März", 1990 nannte man ihn in "Kindergarten Am Mühlteich" um. Erst elf Jahre später wurde er zur "Sonnenblume".

Doch ist 1990 eines jener entscheidenden Jahre geblieben, nicht nur der vielen politischen Veränderungen wegen. Schon damals entschloss man sich, auch Kinder mit Behinderungen aufzunehmen. Ein erstes Rollstuhlkind kam zu einer Zeit, als von Inklusion und Integration auf diesem Gebiet noch nirgends so richtig die Rede war. Derzeit sind 18 Kinder mit Handycap in der Einrichtung und erhalten hier eine spezielle Förderung. Das dafür notwendige Wissen haben sich die Mitarbeiter weitgehend in Eigeninitiative angeeignet.

"Wir sind jedes Jahr bestrebt, die Sonnenblume weiter strahlen zu lassen", so Andrea Wacker. Dabei erhalte man viel Unterstützung von der Stadt Freiberg als Träger der Einrichtung, aber auch vom Landkreis. Während der Festveranstaltung wurde zudem das Technische Hilfswerk als Pate der Kita vorgestellt. Gerd-Dieter Garthe, Amtsleiter im Büro des Oberbürgermeisters, versprach in seinem Glückwunsch weitere Maßnahmen. "Die Stadt wird bis 2018 23 zusätzliche Stellen für die Kinderbetreuung schaffen", sagte er. Damit wolle man über den offiziellen Betreuungsschlüssel hinaus gehen.