Testamentsnachträge

Formalität Änderungen richtig unterschreiben

Das Gesetz ermöglicht Erblassern durch Testament (§ § 2231, 2247 BGB) oder gemeinschaftlichem Testament (§ 2267 BGB) den letzten Willen auch eigenhändig zu bekunden. Es ist wohl Allgemeinwissen, dass diese Errichtungsform den gesamten Text in eigenhändig handschriftlicher Form nebst eigenhändiger Unterschrift (§ 2247; Besonderheit bei § 2267 BGB) umfasst.

Zweifel gibt es aber offenbar bei Nachträgen, Abänderungen und Zusätzen. Auch diese sind unmissverständlich zu unterzeichnen. So wurde durch das OLG Celle (FamRZ 2012, 156) festgestellt, dass ein Nachtrag unwirksam ist, wenn er nur mit einem Kürzel (hier D. O. = der Obengenannte) unterzeichnet ist.

Das OLG München (FamRZ 2012, 333) hat einen Bedingungszusatz zu einem Testament unterhalb der Unterschrift für formunwirksam erklärt. Die Sorgfalt, die die Form des (gemeinschaftlichen) Testaments selbst fordert, ist gleichfalls bei Zusätzen, Änderungen und Nachträgen zu beachten. Hier kann rechtskundige Hilfe teure Prozesse nach dem Tod des Erblassers vermeiden.

Prof. Dr. Hans-Joachim Artmeyer, Rechtsanwalt