Tradition lebt wieder auf

Klang Neue Glocken werden gegossen

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An einem Strang: Bergstadtkönigin Carolin I., Holger Scheich, Sven Krüger und Volker Haupt (v.l.) läuten die Hilliger-Glocke in der Bergmannsbaude. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Es war einer der Höhepunkte zur Eröffnung des Freiberger Christmarktes. Gemeinsam läuteten Bergstadtkönigin Carolin I., Oberbürgermeister Sven Krüger, Holger Scheich, Geschäftsführer der Gastro-Service-Mittelsachsen, und Volker Haupt in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Hilliger-Vereins die Glocke in der Bergmannsbaude direkt vor dem Rathaus. Bei ihr handelt es sich um die im September gegossene Vereinsglocke der "Hilligers", die sich der Bewahrung und Verbreitung des Erbes jener bedeutenden Freiberger Glockengießerfamilie verschrieben haben. Für die Dauer des Christmarktes wird sie jeden Tag zur Abendruhe wieder erklingen. Gefertigt wurde sie nach dem Vorbild einer Hilliger-Glocke, die in Neukirchen hängt und ihr Klang überzeugt sogar die Kenner. Es war eine recht spontane Idee, dass die Glocke nun in der Bergmannsbaude erklingt. Doch findet sie dort eine besonders hohe Aufmerksamkeit. Die einzige Neue ihrer Art soll sie nicht bleiben, wie Volker Haupt verkündete. "Wir beginnen Anfang nächsten Jahres mit dem Guss zweier Glocken für die Kirche in Bieberstein", sagte er. Dort waren im vergangenen Jahr drei Glocken, unter ihnen eine originale Hilliger, vom maroden Glockenstuhl geholt. Die zwei jüngeren aus den 1950er Jahren passen im Klang nicht zu der mittlerweile restaurierten historischen Glocke, weshalb ihr zwei Neuschöpfungen nach vorhanden Vorbildern zur Seite gehängt werden. Das bedeutet natürlich auch einen finanziellen Kraftakt, der nicht ohne Weiteres zu stemmen ist. Hans-Ferdinand Schramm, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mittelsachsen, machte dem Hilliger-Verein eine zusätzliche Freude, indem er eine Fördersumme an Volker Haupt übergab. Ein weiterer Beitrag dazu, diese alte, aber sehr prägende Tradition wieder aufleben zu lassen.