Traditionsevent in Mittelsachsen: „Winterarbeiten“ locken ins Dorfmuseum

Veranstaltung in Gahlenz stellt einstige Arbeiten auf einem Bauernhof vor

Gahlenz

Wie verbrachten unsere bäuerlichen Vorfahren die langen Wintermonate? Welche Arbeiten bestimmten ihren Alltag? Die „Winterarbeiten auf dem Bauernhof“ bieten eine ideale Gelegenheit, traditionelle Techniken und Arbeitsweisen hautnah zu erleben. Am 22. März, von 13 bis 17 Uhr, laden der Heimatverein Gahlenz und das Team des Museums wieder zu dieser traditionellen Veranstaltung ein.

Pferdegöpel im Mittelpunkt

In diesem Jahr steht der Pferdegöpel – das Herzstück des Museums – im Mittelpunkt. Das beeindruckende Antriebswerk stammt vom Hof Herbert Richter in Gahlenz und setzte sich erstmals zum Erntefest 1994 im Museumshof in Bewegung. Beim Schaudreschen zeigt sich eindrucksvoll, wie mit Muskelkraft und Technik früher Getreide verarbeitet wurde.

Der Gahlenzer Pferdegöpel wurde vor 1910 bei Familie Löser in Betrieb genommen. Im Jahr 1910 erwarb Max Richter das Bauerngut, welches heute von Jürgen Richter in dritter Generation geführt wird. Der Göpel hat einst die Dreschmaschine und die Kartoffelsortiermaschine angetrieben. „Bis heute leben Arbeitspferde auf dem Hof“, sagt Jürgen Richter. Er selbst oder Tochter Claudia werden am Sonntag im Museum den Pferdegöpel mit ihren Pferden wieder in Gang setzen. „Wir haben diese Aufgabe übernommen, seit der Göpel im Dorfmuseum seinen Platz gefunden hat. Es ist gut, dass er so erhalten geblieben ist und im Museum noch genutzt wird“, so Jürgen Richter.

Vergessene Handwerke und Arbeitstechniken

Zu den „Winterarbeiten“ werden noch weitere zahlreiche alte und fast vergessene Handwerke und Arbeitstechniken vorgeführt: Dachschindeln ziehen, Holzröhren bohren, Balken behauen, Wagenräder und Wagen bauen, Werkzeuge schmieden, Geschirrteile reparieren, Seile drehen, Körbe flechten, Besen binden, Wolle spinnen, Wäsche flicken, Federn schleißen sowie das Backen frischer Brote im Lehmbackofen. Schauen Sie den Akteuren bei ihrer Arbeit über die Schulter, kommen Sie mit ihnen ins Gespräch und erfahren Sie spannende Hintergründe und Details aus vergangener Zeit.

Livemusik am Nachmittag

Außerdem laden ab 15 Uhr die Augustusburger Choryfeen in die Scheune ein und begeistern mit einem stimmungsvollen Liederreigen. Für die Kinder gibt es zahlreiche Bastel- und Mitmachangebote.

Und wie es sich für einen Bauernhof gehört, werden die Gäste natürlich auch bestens bewirtet. Es gibt Brot und Kuchen aus dem Lehmbackofen, Herzhaftes, Kaffee, Getränke und sicherlich jede Menge gute Gespräche.

Parkplätze am Museum sind ausgeschildert und werden durch die Freiwillige Feuerwehr koordiniert. Behindertenparkplätze befinden sich direkt am Museum.

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