Tränen an der Haltestelle: Schulbus lässt Kinder in Hainichen stehen

In Hainichen blieben mehrere Kinder an der Haltestelle wegen eines überfüllten Busses zurück - Eltern sind entsetzt und fordern schnelle Lösungen. Der Regiobus Mittelsachsen nimmt die Sache ernst und handelt sofort.

Hainichen / Frankenberg

Es ist der zweite Schultag nach den Sommerferien. Manche Kinder fahren das erste Mal ganz allein mit dem Bus in die Schule. So auch im mittelsächsischen Hainichen.

Hier warten am Dienstagmorgen gegen 6.44 Uhr an der Haltestelle "Markt" mehrere Kinder, darunter auch einige 5.-Klässler, auf den Bus der Linie 640 nach Frankenberg. Als dieser kommt, kommt zugleich der Schock: Der Bus ist voll und kann keine weiteren Personen mitnehmen. Die Kinder weinen und rufen ihre Eltern an. Wie sollen sie in die Schule kommen, wo doch viele der Erziehungsberechtigten bereits bei der Arbeit sind? 

Besorgte Mutter meldet sich mit Hilferuf bei BLICK.de

Zum Glück connecteten sich einige Eltern, um die Kids doch noch rechtzeitig zum Unterricht zu bringen. Eine besorgte Mutter meldete sich danach in der BLICK.de-Redaktion:

"Mein Kind kam heute Morgen weinend nach Hause, weil der Bus es nicht mitgenommen hat. Er ist 5.-Klässler und ich verstehe nicht, wie das passieren kann. Man sieht doch vorher, wie viele Anmeldungen es für die Schulbusse gibt. Warum wird dann kein zweiter Bus eingesetzt?" Sie fragt sich nun, ob ihr Sohn jeden Tag bangen muss, ob er vom Bus mitgenommen wird oder nicht.  

Baustelle auf der B169 

Auf Nachfrage beim Regiobus Mittelsachsen, der die Linie 640 bedient, erklärte Henning Schmidt, Fachbereichsleiter Verkehr, die Situation: Seit Mai und noch weitere dreieinhalb Wochen gibt es eine Straßenbaumaßnahme auf der B169 zwischen Hainichen und Frankenberg. Dadurch gibt es beim Regiobus Umleitungsfahrpläne. 

Busse fahren unterschiedliche Routen

"Wir haben früh zwei Busse, die aus Richtung Hainichen nach Frankenberg fahren, beide auf der Linie 640. Sie haben zusammen eine Kapazität von über 180 Plätzen. Durch die Straßensperrung fährt die 640 die Umleitung über Berthelsdorf und könnte in Hainichen die Frankenberger Straße und die dortigen Haltepunkte nicht bedienen. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, die beiden Busse, die sonst eine identische Route fahren, am Morgen unterschiedliche Wege fahren zu lassen", erläutert Henning Schmidt.

Nur ein Bus kam, wo sonst zwei durch die Stadt fuhren

Der kleinere Bus (68 Plätze) fährt seinen Weg durch die Stadt, der andere größere Bus (15 Meter lang, mit einer Kapazität von 120 Plätzen) fährt erst einmal um Hainichen herum bis zum Bauanfang in Falkenau und kommt dann über die Frankenberger Straße in Hainichen rein, damit er dort die Haltestellen für die schulrelevante Zeit bedienen kann. "Das heißt es fahren nicht beide Busse, wie sonst durch die Stadt, sondern nur einer."

Das hatte zur Folge, dass es am Dienstagmorgen zu einem überfüllten Bus (der durch die Stadt fuhr) kam. Seit dem 11. August gilt der neue Fahrplan, da die Sommerferien zu Ende sind. 

Am Haltepunkt "Markt" ist demnach nur der kleinere Bus vorbeigekommen. "Diese Situation hat es im vorigen Jahr so auch schon gegeben. Es war uns nicht bekannt, dass es da Probleme gegeben hätte. Damals wurde die B169 auch schon einmal gesperrt, weil ein Radweg gebaut wurde. Es ist sozusagen dieselbe Situation", erklärt Schmidt.

Lösung ab 13. August in Sicht

Es gäbe aber ab Mittwoch, 13. August, eine Lösung, damit alle Kinder sorglos in die Schule kommen. "Wir haben das zum Anlass genommen, beide Busse zu tauschen", fügt Schmidt hinzu. Der große Bus fährt nun ab Mittwoch durch die Stadt, wo auch die Haltestelle "Markt" bedient wird und der kleinere fährt erst einmal den Bogen außen um Hainichen herum.

Mit minimaler Verspätung am Ziel zu rechnen

Die Fahrtzeiten bleiben so gut wie gleich, es kommt am Ziel nur zu ein paar Minuten Verspätung. "Die Busse kommen durch die veränderten Linienführungen wenige Minuten später am Schulstandort in Frankenberg an und es wird ein wenig knapper zum Unterrichtsbeginn." Das wird die nächsten 3,5 Wochen so umgesetzt, damit alle Kinder sorglos in die Schule kommen können. Nach Ende der Baustelle werden beide Busse auf der Linie 640 morgens wieder wie gewohnt, dieselbe Route fahren.

Die Netzdaten der Buslinie werden schnellstmöglich angepasst, es dauert wahrscheinlich dennoch ein paar Tage, bis alle Änderungen vorgenommen wurden. 

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