Traum vom Hofladen erfüllt: Lunzenauerin möchte Menschen ein Lächeln schenken

Aus einem kleinen Versuch wurde ein Herzensprojekt: Janet Pester erzählt, warum sie bis heute „in die Blümchen verliebt“ ist, weshalb sie auf ihr Bauchgefühl vertraut und wie aus einem Honigraum ein ganz besonderer Ort entstand.

Lunzenau, OT Cossen

Noch bevor Janet Pester von Blumen, Naturmaterialien oder kreativen Ideen erzählt, spricht sie von einem Gefühl. "Ich möchte den Menschen ein Lächeln, Freude und das Gefühl mitgeben, etwas ganz Besonderes erworben zu haben - etwas, das mit viel Herzblut und Liebe gefertigt wurde." Genau dieser Gedanke zieht sich durch ihr gesamtes Hoflädchen auf der Alten Straße 6 im Lunzenauer Ortsteil Cossen.

Genau dieses Gefühl begleitet jeden, der ihr kleines Hoflädchen im Lunzenauer Ortsteil Cossen betritt. Zwischen Kränzen, Gestecken, Schutzengeln und liebevoll gestalteten Werkstücken wird schnell klar: Hier entstehen keine Produkte von der Stange, sondern kleine Herzensstücke. Hier könnte ihr einen Blick in den Hofladen werfen.

 

"Eigentlich hat alles mit einem kleinen Versuch angefangen."

Seit Januar 2024 gibt es das Hoflädchen. Dass daraus einmal ein fester Ort werden würde, war anfangs überhaupt nicht geplant.

"Eigentlich hat alles beim Hainichs Hoffest in Oberhain angefangen", erzählt Janet Pester. Was nur als kleiner Versuch gedacht war, wurde von den Besuchern so gut angenommen, dass sie einfach weitermachte. Es folgten der Kreativmarkt in Wechselburg, Adventsshopping bei ihr zu Hause und immer neue Gelegenheiten, ihre Arbeiten zu zeigen.

"Schritt für Schritt ging es weiter."

Irgendwann brauchten ihre Werkstücke ein eigenes Zuhause. Ihr Vater, der seit fast 40 Jahren imkert, stellte ihr dafür einen großen Teil seines ehemaligen Honigraums zur Verfügung. So entstand das Hoflädchen.

Mit einem kleinen Rucksack nach Bayern

Die Liebe zu Blumen begleitet Janet Pester schon fast ihr ganzes Berufsleben.

Nach der Wende zog sie 1991 nach Ingolstadt. Mit einem kleinen Rucksack lief sie durch die fremde Stadt auf der Suche nach Arbeit. Im Donaukurier las sie Stellenanzeige für Stellenanzeige - bis sie bei einer das berühmte Bauchgefühl hatte.

"Ich habe mich beworben und wie man sieht: Nach über 30 Jahren bin ich immer noch in die Blümchen verliebt."

Bis heute begeistert sie, wie vielfältig die Natur ist. Farben, Formen und Materialien erzählen für sie Geschichten - genau wie die Anlässe, zu denen Menschen ihre Werkstücke verschenken: Hochzeiten, Geburten, Geburtstage, Schulanfänge oder einfach als kleine Aufmerksamkeit zwischendurch.

Blumige Geschenke, die bleiben

Im Hoflädchen entstehen Sträuße, Türkränze, Loops, Herzen, Schutzengel und viele individuelle Anfertigungen. Dabei verfolgt Janet Pester bewusst eine Idee.

"Ich finde es schade, wenn zu Festlichkeiten so viele frische Blumen verschenkt werden, die nach kurzer Zeit verblühen."

Deshalb verbindet sie hochwertige Kunstblumen mit echten, haltbar gemachten Naturmaterialien.

"Viele Kunden sagen zu mir: ‚Ich dachte, die Blüten wären echt.‘ Das freut mich natürlich besonders."

Wo immer es möglich ist, kauft sie regional ein. Vieles sammelt sie selbst in der Natur oder bringt Fundstücke aus dem Urlaub mit nach Hause, bis sie irgendwann ihren Platz in einem neuen Werkstück finden.

Ideen liegen manchmal am Wegesrand

Woher ihre Inspiration kommt, kann Janet Pester selbst gar nicht genau sagen.

Mal ist es ein alter Ast am Wegrand. Mal Muscheln am Strand. Manchmal eine Frau in Frankreich, die glücklich mit einem Blumenstrauß durch die Straßen läuft. Und oft entstehen neue Ideen auch durch die Wünsche ihrer Kunden.

"Wenn mir etwas im Kopf herumschwirrt, fallen mir plötzlich genau die Dinge vor die Füße, die ich dafür brauche."

So war es auch bei einem Kunden, der eigentlich einen überdimensionalen Gänsebräter suchte - gebastelt, nicht zum Kochen. Zunächst machte Janet Pester ihm wenig Hoffnung. Doch die Idee ließ sie nicht mehr los. Schließlich entstand tatsächlich ein außergewöhnlicher Gänsebräter.

Die schönste Zeit des Jahres

Besonders liebt Janet Pester die Advents- und Weihnachtszeit.

"Ich liebe es, wenn alles ein bisschen ruhiger wird, Kerzen leuchten und es so gemütlich und heimelig ist."

Dann entstehen kleine Schutzengel, beleuchtete Tannenbäumchen, Kränze und viele besondere Geschenkideen, die jedes Jahr ihre Menschen finden.

Ohne meine Familie wäre vieles nicht möglich

Mit dem Hoflädchen kamen nicht nur viele schöne Begegnungen, sondern auch jede Menge Organisation. Beruf, Familie und die kreative Arbeit unter einen Hut zu bringen, gelingt nicht immer ohne Herausforderungen.

"Wenn es zeitweise doch etwas stressig wird, kann ich mich immer auf meine Familie und Freunde verlassen. Für diese Unterstützung bin ich allen unendlich dankbar."

Geöffnet hat das kleine Lädchen "unverblümt" Montag und Freitag von 16 bis 18 Uhr, sowie samstags von 9 bis 12 Uhr. Auch auf Anfrage ist es möglich. ([email protected])

"Ich wäre ein Gänseblümchen."

Auf die Frage, welche Blume sie selbst wäre, muss Janet Pester nicht lange überlegen.

"Ein Gänseblümchen."

Die kleine Blume zaubere ihr jedes Mal gute Laune ins Gesicht. Sie wirke unscheinbar, sei aber erstaunlich stark.

"Man sieht dem kleinen Blümchen gar nicht an, was alles in ihm steckt."

Vielleicht beschreibt genau das auch die Frau, die hinter dem Hoflädchen steht.

Dem Bauchgefühl vertrauen

Wer selbst davon träumt, ein Hoflädchen zu eröffnen, dem gibt Janet Pester einen einfachen Rat:

"Bleibt ganz bei euch und vertraut eurem Bauchgefühl. Passt auf, dass ihr über all den gut gemeinten Ratschlägen euren eigenen Weg nicht verliert."

Und für ihre Kundinnen und Kunden hat sie nur einen Wunsch:

"Von Herzen Danke. Ohne euch wäre das alles nicht möglich."

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