Tuchmacher sorgten einst für Haupterwerb

Historie Jahrhundertelange Tradition

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Das Hainichener Tuchmacherhaus. Foto: Schönberner

Hainichen. Die Tuchmacher und Leinenweber sorgten in vergangener Zeit in der Stadt an der Kleinen Striegis für den Haupterwerb. Daran erinnert heute noch eines der ältesten Gebäude von Hainichen - das Tuchmacherhaus, An der Mühle 5.

Im Jahr 1481 erhielten Hainichens Tuchmacher von Caspar von Schönberg den Innungsbrief. Im Auftrag der Tuchmacherinnung wurde schließlich 1784 das Innungshaus der Tuchmacher gebaut. Die in Hainichen gefertigten Tuche haben sich damals weit über die Grenzen Sachsens hinaus einen guten Namen gemacht. Diese Qualität wurde 1867 zur Weltausstellung in Paris auch entsprechend gewürdigt und mit einer Medaille ausgezeichnet. Den Stadtbrand von Hainichen 1832, dem beispielsweise das Rathaus zum Opfer fiel, überstand das Tuchmacherhaus unbeschadet und ist damit nachweislich eines der ältesten Häuser in der Stadt. 1956 ging das Haus in Volkseigentum über. Es wurde wieder eine Handweberei eingerichtet. Diese betrieb Frau Dinkelmeier bis 1975. Bis 1995 hatte hier der Kunsthandwerksbetrieb Kühn mit Handweberei, Schauwerkstatt und Ladengeschäft seuin Domizil.

Verbunden mit dem Wunsch das Tuchmacherhaus wieder zu einer kulturellen Begegnungsstätte zu machen und eine alte Handwerkstradition zu erhalten, schenkte Familie Kühn der Stadt Hainichen 1997 die historischen Handwebstühle samt Zubehör. Die über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wieder aufgebaute Schauwerkstatt besteht seit 1998 und wird seitdem mit viel Leidenschaft und Herz präsentiert und erhalten. Seit 1999 kümmert sich der Förderverein Tuchmacherhaus Hainichen mit viel persönlichem Engagement seiner Mitglieder um das Erbe dieses für Hainichen einmal so wichtigen Berufsstandes.